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Freitag, 27. März 2020

Durchdachte Baustellenlogistik für die Questenberg-Schule

Baustelle Questenberg

Bündelung in einer Hand bringt Terminvorteile

Auf der Baustelle der Questenberg-Grundschule ist auf den ersten Blick alles wie immer: Die Meißner Niederlassung der Swietelsky Baugesellschaft ist mit vielen Arbeitskräften vor Ort und es herrscht emsige Betriebsamkeit. Was man nicht sieht, sind die der momentanen Ausnahmesituation geschuldeten Änderungen im Betriebsablauf: Manche Lieferung kommt nicht oder verspätet, die Berufspendler aus Polen oder Tschechien können keine festen Zusagen mehr machen, Wartezeiten für Betonfertigteile und bestellte Baumaterialien verlangen von Bauleiter und Vorarbeiter einiges an Improvisationsvermögen. Kurz und gut: die Lieferkette ist angespannt und auch die Mitarbeiter der beteiligten Baugewerke stehen vor der Herausforderung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor dem Hintergrund des eingestellten Schul- und Kindergartenbetriebs zu gewährleisten.

 

Von all dem sieht man auf der Baustelle nichts, denn auch wegen des milden Winters gingen die Betonarbeiten gut voran, auf der Bodenplatte der Turnhalle kann es mit den Schalungsarbeiten weitergehen, die Fundamente für den Neubau sind in etwa zu 75 Prozent fertiggestellt. Die westliche Querwand der neuen Turnhalle ist bereits gegossen und muss vier Tage stehen, bis sie ausgeschalt werden kann. Durch die verlängerte Trocknungszeit soll eine verbesserte Oberflächenqualität erzielt werden. Ins Auge sticht das bis auf die Höhe der Dachunterkante geschalte Treppenhaus der Turnhalle: es soll in zwei Schritten gegossen werden, um die sichtbaren Betonierungsabschnitte zu minimieren. Auch die Schaltafeln für das Keller- und Erdgeschoss des Schulneubaus werden derzeit gerade aufgestellt.

 

Schaut man sich im Altbau – also der 1899/1900 errichteten Questenbergschule – um, wird deutlich, dass die Rohbauarbeiten erledigt sind und es mit dem Innenputz losgehen kann. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass die dafür notwendigen Vergabeverhandlungen bereits geführt wurden und eine positive Empfehlung gegeben werden kann. „Selbstverständlich bleibt die Verwaltung auch unter Corona-Bedingungen handlungsfähig“, betonte Oberbürgermeister Olaf Raschke, der sich auf der Baustelle über den Arbeitsstand informierte. „Für die ausstehenden Vergabebeschlüsse werden wir zeitnahe Lösungen finden und auch die abgerechneten Leistungen fristgemäß bezahlen. Wir stehen in engem Kontakt mit dem Ministerium und erwarten demnächst eine Handreichung, wie die Kommunen in dieser Sondersituation mit verschobenen Gremiensitzungen usw. rechtssichere Entscheidungen treffen können.“ Momentan wird gerade die Bestellung des Sporthallendachs vorbereitet, damit die Werk- und Montageplanung anlaufen kann.

 

Als großer Vorteil hat sich auch erwiesen, dass die Baufirma bis auf die extern gelieferten Betonfertigteile sowie den Frischbeton und weitere Baumaterialien fast alle Teilarbeiten selbst ausführt und keine Nachunternehmer damit beauftragen musste. „Wenn alles in einer Hand liegt, kommt es seltener zu Terminschwierigkeiten, die bei einer Beauftragung von diversen Subunternehmen fast immer auftreten“ so der Oberbürgermeister.

 

Von dieser Bündelung profitiert auch die Baustellenlogistik, die sich dadurch flexibler gestalten lässt. So konnte beispielsweise der Bau der in vier Metern Tiefe verlegten Regenwasserleitung zeitlich so eingetaktet werden, dass dieser den für die Erdarbeiten notwendigen Baggerverkehr auf der Baustelle nicht tangiert.

 

Die beengte Baustellensituation auf dem Rücken des Questenbergs hält sogar noch eine besondere Herausforderung in Bezug auf die Erdmassenbewegungen bereit: Da der Aushub einen hohen Lehmanteil aufweist, könnte dieser nicht ohne Weiteres wieder vor Ort eingebaut werden, was Mehrtransporte und damit Zusatzkosten sowie eine höhere Umweltbelastung bedeuten würde. Die Lösung ist in diesem Fall die örtliche Anreicherung des Aushubs mit Kalk, der dann entsprechend verdichtet und ohne zusätzliche Transportwege wieder eingebaut werden kann.

 

Das Wachsen des um einen Neubau erweiterten Schulgebäudes sowie der für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehenden Turnhalle wird genau wie der ganze Bauplatz mit Videotechnik überwacht. Ausgezahlt hat sich auch die frühzeitige Anwohnerversammlung vor Beginn des Baustarts, laut Auskunft der Projektverantwortlichen verhalten sich die Anwohner sehr diszipliniert und zeigen ein erfreuliches Interesse für das momentan größte Bauvorhaben der Stadt Meißen. Finanziert wird die Baumaßnahme über Fördermittel der Sächsischen Aufbaubank aus den Förderprogrammen Stadtumbau und Schulische Infrastruktur sowie über Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Kontakt

Anne Dziallas
Leiterin Büro des Oberbürgermeisters

Markt 1, 01662 Meißen
1. Etage, Zi. 107

+49 (0) 3521 467207

+49 (0) 3521 467281

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