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Montag, 6. April 2020

Etappenziel der Forst- und Baumpflegearbeiten im Schlosspark

Siebeneichen

Freigabe des 1. Projektabschnitts im Park Siebeneichen

Seit 1. November 2019 ist der gesamte Park Siebeneichen für das öffentliche Betreten auf Grundlage von § 13 Sächsisches Waldgesetz gesperrt. Nach Abstimmung mit allen beteiligten Behörden des Landkreises Meißen (Denkmalschutz-, Naturschutz- und Forstbehörde) und dem Staatsbetrieb Sachsenforst am 5. Dezember 2019 wurden die für den 1. Abschnitt (Linie Platanenweg – Aritaweg – Schloßwiesenweg – Fichtenweg – Talweg) notwendigen Maßnahmen planerisch und organisatorisch vorbereitet. Bis Weihnachten 2019 erfolgte die Einholung der Angebote für die forstlichen Maßnahmen, Anfang Februar jene für die Baumpflege. Parallel dazu mussten die geplanten Maßnahmen den die Auflagen erteilenden Behörden angezeigt bzw. zur Genehmigung vorgelegt werden. Danach erteilte der Oberbürgermeister den entsprechenden Auftrag und die Forstarbeiten starteten am 10. Februar 2020, die Baumpflege am 9. März.

 

Die forstlichen Arbeiten beinhalteten im Wesentlichen das Fällen, Aufarbeiten, Heraustransportieren und Abfahren des Stammholzes vom Polterplatz an der B 6, sowie das Hacken des Astholzes ab zehn Zentimeter Durchmesser. Letzteres war eine Auflage der Unteren Denkmalschutzbehörde. Das Holzhacken musste am 31. März beendet sein, um auch dem Vogelschutz während der Brutzeit Rechnung zu tragen. Deshalb verbleiben vorerst zehn Astholzhaufen an den Wegen, bis die Naturschutzbehörde das Zerkleinern wieder zulässt. Gefällt wurden aus Gründen der Verkehrssicherung 153 Nadelbäume (123 Fichten, 16 Weymouthskiefern, sieben Lärchen, zwei Douglasien, fünf Kiefern), von denen ca. 95 Prozent aufgrund von Trockenstress und Käferbefall bereits tot und etwa fünf Prozent absterbend waren. Als Laubbäume wurden (von der Vorbereitung der Rückegasse durch einen Ahorn-Niederwald abgesehen) insgesamt nur 17 Bäume gefällt (fünf Robinien, drei Birken, vier Hainbuchen, drei Ahorne und zwei Eichen). Auch diese Entnahmen erfolgten ausschließlich zur Verkehrssicherung bzw. zur Parkentwicklung, darüber hinaus mussten einige Bäume aufgrund von Schäden infolge der Fällung der toten Nadelbäume sowie zur Anlage des Polterplatzes an der B 6 weichen.

 

Zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit war das Fällen der abgestorbenen Nadelbäume unvermeidlich, da diese sonst früher oder später umgebrochen wären und Menschenleben gefährdet hätten. Das Hacken des Astholzes dauert insgesamt drei Tage. Das Rücken und Abfahren des Stammholzes wird noch bis zum 8. April durchgeführt, am 9. April erfolgt die Abnahme des 1. Projektabschnitts.

 

Der Fachbetrieb Naturnahe Waldwirtschaft Alexander Decker (Zeithain) hat trotz etlicher Widrigkeiten (zum Beispiel Einschränkungen durch die Witterung, durch behördliche Vorgaben, technische Defekte und die Sperrungen ignorierende Passanten) aus forstlichem Ermessen hervorragende Arbeit geleistet. Die Fäll- und Rückeschäden sind im Rahmen geblieben, die Wege sind wieder in ordnungsgemäßem Zustand.

 

Im Rahmen des 1. Projektabschnittes wurden an 68 Parkbäumen entlang der Wege Baumpflegemaßnahmen durchgeführt, wovon 47 Maßnahmen unmittelbar der Verkehrssicherung dienten. Dazu zählen der Neueinbau von Kronensicherungen in einem Bergahorn an der Schloßwiese und in einer Linde am Teich sowie Baumschnittmaßnahmen an 45 Bäumen, die überwiegend der Beseitigung gefährlichen Totholzes sowie das teilweise Einkürzen der Baumkronen umfassen. Zusätzlich wurden zur Vermeidung zukünftiger Verkehrssicherheitsprobleme fünf zum Ersatz gepflanzte Bäume am Försterhaus gepflegt, sowie an 16 Bäumen Efeuranken, die bereits fast die Oberkrone erreicht hatten, am Stammfuß gekappt, um diese Bäume vor dem Absterben der Krone zu retten. Die Baumpflegearbeiten führte der Forstfachbetrieb Radebeul ordnungsgemäß durch.

 

Der Bauhof und Staatsbetrieb Sachsenforst unterstützten die Maßnahmen sowohl administrativ-organisatorisch als auch praktisch durch das Aufwenden etlicher Arbeitsstunden, zum Beispiel für das Ausgraben von rund 500 Eibenpflanzen (sogenannte Wildlingswerbung) und deren Verbringen in die Gärtnerei für spätere denkmalpflegerische Maßnahmen, das Vorbereiten der Rückegasse durch das sog. „Auf-den-Stock-setzen“ (Rückschnitt bis auf 20 cm über dem Boden) der Ahorn-Niederwald-Bäume und das Beräumen von Astholz entlang der Wege im 1. Projektabschnitt.

 

Als Sondermaßnahme wurde aufgrund von Verträgen die Kronenpflege in der großen Schloßwiesen-Platane (Naturdenkmal) sowie die Wartung der Kronensicherungsseile an die Firma city forest (Radeburg) vergeben. Bei den Wartungsarbeiten am 11. März wurden erhebliche Defekte in der Krone der Platane festgestellt, welche bei einer weitergehenden Inaugenscheinnahme durch den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Gehölzfragen, Dr. Henrik Weiß (Büro Baum & Landschaft, Dresden) bestätigt wurden. Da die Schloßwiesen-Platane noch nicht verkehrssicher ist, musste sie mit Flatterband abgesperrt werden. Durch die Ausweisung als Naturdenkmal wird die Untere Naturschutzbehörde auf Basis des Gehölzgutachtens entsprechenden Maßnahmen an der Platane veranlassen und die anfallenden Kosten tragen.

 

Der 1. Projektabschnitt wird am Karfreitag, dem 10. April, wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Die übrige Parkfläche von Siebeneichen bleibt allerdings bis zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit an den angrenzenden Wegen voraussichtlich bis Ende 2020 gesperrt.

 

Die Stadt Meißen dankt allen Beteiligten, die ihren Beitrag zum Gelingen des Projekts geleistet haben, für die gute Zusammenarbeit.

Kontakt

Anne Dziallas
Leiterin Büro des Oberbürgermeisters

Markt 1, 01662 Meißen
1. Etage, Zi. 107

+49 (0) 3521 467207

+49 (0) 3521 467281

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