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Montag, 25. Januar 2021

Bester Gestaltungsvorschlag zum Bahnhofsvorplatz gekürt - Bürger und Fachjury wollen modernes Eingangstor zur Stadt

Visualisierung Blick von der Großenhainer Straße - Status Quo Variante

Visualisierung Blick von der Großenhainer Straße - Status Quo Variante

Eine zukunftsweisende und offene Gestaltung, Raum für nachhaltige Mobilität, gleichzeitig aber auch ein Ort zum Ankommen, Treffen, Austauschen, all das ergänzt durch viel Grün – das ist die Vision der Landschaftsarchitekten LA 21 für den Bahnhofsvorplatz in Meißen Cölln.

Das Konzept konnte die Meißnerinnen und Meißner ebenso überzeugen wie eine Fachjury aus Verkehrsbehörden, Stadträten, Stadtplanern und Deutscher Bahn. Als Arbeitsgemeinschaft gemeinsam mit der Ibroplan Planungsgesellschaft aus Chemnitz gingen die Dresdner Landschaftsplaner deshalb schließlich als Erstplatzierte aus dem Variantenvergleich zur Neugestaltung des Platzes hervor. In einer Live-Schalte im Stadtentwicklungsausschuss stellte Architektin Marion Brod-Kilian den mit 3.000 Euro ausgezeichneten Gewinnerbeitrag am Dienstag selbst vor. Wer den Bahnhofsvorplatz in seinem heutigen, wenig einladenden Zustand kennt, dem wird schnell klar: die moderne Neugestaltung wäre ein großer Schritt nach vorn – nicht nur für den Stadtteil.

Wichtigstes Ziel der Planer: den Eingangsbereich zum Bahnhofsgebäude allein den Fußgängern zu überlassen. Wo jetzt noch parkende PKW, Taxen und Betriebsfahrzeuge das Bild prägen, sollen Ankommende künftig durch eine links und rechts von Beeten gesäumte Tür treten. Ebenfalls an beiden Seiten der Eingangstür könnten auf großen Tafeln Informationen zu Fahrtzeiten und touristischen Highlights Platz finden. Von hier gelangt man auf einen Platz mit begehbaren Wasserdüsen und zwei großzügigen halbrunden Holzbänken mit hohen Lehnen. Eine Bepflanzung mit hohen Gräsern sowie zwei Bäume schirmen den Sitzbereich zur stark befahrenen Großenhainer Straße ab.

In den Boden eingelassene LED-Pflastersteine weisen in der Dunkelheit den Weg und sorgen mit einer kombinierten Beleuchtung aus bestehenden Mast- und ergänzenden Pollerleuchten für ein sicheres Gefühl in den Abend- und Nachtstunden. Der Bereich östlich vor dem Bahnhofsgebäude könnte dagegen als sogenannter „Shared Space“ von Besuchern, Anliegern, Taxis, Müll- und Lieferfahrzeugen gleichberechtigt genutzt werden. Je ein paar Säuleneichen bildet das Tor zu zwei „Höfen“, die weitere funktionale Ergänzungen bieten. Westlich des Bahnhofsgebäudes, wo heute die DB-Mitarbeiter Parkplätze angesiedelt sind, ließe sich eine Station für Radfahrer, mit Abstell-, Ausleih- und Reparaturmöglichkeiten einrichten. Im Wirtschaftshof, der vom östlichen Bahnhofsvorplatz abgeht, wäre dagegen Platz für Gewerbe und Parkplätze.

In einer zweiten Alternativvariante schlagen die Planer außerdem vor, die Linksabbiegerspur von der Großenhainer Straße zu verlegen und so noch mehr Platz für Radverkehr und eine noch bessere Aufenthaltsqualität auf dem Platz zu erzielen.

Nun müssen zuerst verschiedene Abstimmungen folgen, ehe auf der Basis der Gewinnervariante weiter geplant werden kann, so Oberbürgermeister Olaf Raschke. Einbezogen werden die unterschiedlichen Eigentümer des Platzes ebenso wie die Denkmalbehörden und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Erste Abstimmungsergebnisse werde der städtische Verkehrsplaner im April dem Stadtrat vorlegen.

Schon jetzt ist das Umgestaltungsvorhaben, das 2017 erstmals vorgestellt wurde, ein echtes Paradebeispiel für Bürgerbeteiligung in Meißen. Bereits damals konnten die Bürger eigene Vorschläge einbringen, die dann in die Aufgabenstellung für den Variantenvergleich einflossen. Von Juni bis September 2019 lief dann der Variantenvergleich, aus dem schließlich vier Planungsgemeinschaften mit acht Gestaltungsvarianten als Favoriten hervorgingen. Diese Vorschläge waren dann Bestandteil einer großen Bürgerbeteiligung mit einer Ausstellung im Bahnhofsgebäude und im digitalen Beteiligungsportal bis September 2020. Dort stimmten 379 Meißnerinnen und Meißner über die vorgestellten Varianten ab, zudem lagen noch 66 schriftliche Stellungnahmen vor. Wichtig war der Bürgerschaft vor allem ein sinnvoller Umgang mit dem Radverkehr, eine höhere Aufenthaltsqualität und eine Begrünung, die den Platz aufwertet aber nicht versteckt.

Kontakt

Anne Dziallas
Leiterin Büro des Oberbürgermeisters

Markt 1, 01662 Meißen
1. Etage, Zi. 107

+49 (0) 3521 467207

+49 (0) 3521 467281

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