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Dienstag, 23. Februar 2021

Porträt des einstigen Ratsziegeleipächters Karl Gottlob Rudolph kehrt in das Meißner Stadtmuseum zurück

Das Ehepaar Donath mit dem ins Stadtmuseum Meißen zurückgekehrten Porträt
Das Stadtmuseum Meißen hat heute ein Porträt des Ratsziegeleipächters Karl Gottlob Rudolph aus dem frühen 19. Jahrhundert zurückerhalten. Ausfindig gemacht haben es Dr. Romy und Dr. Matthias Donath.

1955 wurde das Bildnis gemeinsam mit drei weiteren Porträts der Familie Rudolph dem Museum geschenkt. Auf weitverzweigten Wegen gelangte es noch 1989 in den nationalen Kunsthandel, wie viele weitere Werke aus dem Meißner Kunstbesitz. Danach verlor sich seine Spur.

Nach mehr als drei Jahrzehnten kehrt es nun zurück nach Meißen. Dr. Romy und Dr. Matthias übergaben das Gemälde dem Stadtmuseum im Beisein von Oberbürgermeister Olaf Raschke und Museumsleiterin Linda Karohl-Kistmacher heute als Schenkung. „Seine bewegte Geschichte macht dieses Porträt zu einem wichtigen Zeitzeugnis des 19. und zugleich auch des 20. Jahrhunderts. Ich freue mich und bin dankbar dafür, dass es durch den Einsatz von Dr. Romy und Dr. Matthias Donath nun auch für kommende Generationen wieder im Stadtmuseum Meißen erlebbar sein wird“, so der Oberbürgermeister.

Mit Hilfe der rückseitigen Inventar- und Depotnummern und einem Blick in den Verlustkatalog des Museums sowie mit Unterstützung der Recherchen der Provenienzforscher der Galerie Neue Meister in Dresden konnte das Porträt zweifelsfrei dem einstigen Besitz des Meißner Stadtmuseums zugeordnet werden.

„Daher gilt ein ebenso herzlicher Dank Jan Scheunemann von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Referat Zentrale Aufgaben/ Restitution und Claudia Maria Müller von der Galerie Neue Meister/ Staatliche Kunstsammlungen Dresden“, erklärt Linda Karohl-Kistmacher. „Denn erst durch ihre akribische Durchsicht von Übergabelisten konnte der Weg des Gemäldes in den Kunsthandel eindeutig nachvollzogen werden“, so die Museumsleiterin weiter.

Der 1991 vom Stadtmuseum erarbeitete Verlustkatalog weist noch über 240 Positionen auf, deren Verbleib bis heute unklar ist. In den kommenden Tagen kann das Stadtmuseum Meißen aber zumindest eine Position im Verlustkatalog streichen.

Hintergrund

Zu Beginn dieses Jahres veröffentlichte der Leipziger Museologe Jan Scheunemann seine Forschungsergebnisse zu den Geschäftsbeziehungen zwischen den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Kunst und Antiquitäten GmbH, kurz auch KuA. Das Unternehmen war Teil der Kommerziellen Koordinierung der DDR, die Valuta-Gewinne für den sozialistischen Staat zu erwirtschaften hatte.

Wenige Tage nach Erscheinen des Berichts meldeten sich die in Niederjahna, Käbschütztal lebenden Eheleute Donath beim Stadtmuseum. Ende 2020 hatten sie das Gemälde eines unbekannten Künstlers mit dem Porträt Karl Gottlob Rudolphs erworben. Durch die Berichterstattung auf die Thematik aufmerksam geworden, vermuteten sie auf Grund der rückseitigen Nummern und der Darstellung eines früheren Meißner Bürgers das Stadtmuseum als einstigen Besitzer des Bildes.

Doch welchen Weg legte das Werk bis dahin zurück? Zwischen 1965 und 1977 wurden mehr als 500 Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier aus dem Stadtmuseum in die Albrechtsburg ausgelagert – so auch die Bildnisse der Familie Rudolph. Zum einen fehlte dem Meißner Stadtmuseum die entsprechende Depotfläche, zum anderen gab es seit den späten 1950er Jahren Bestrebungen, das Haus als sogenanntes Kreismuseum zu profilieren. Dies geschah vor dem Hintergrund kulturpolitischer Planungen in der frühen DDR, als die Geschichtsmuseen verstärkt Aufgaben in der kulturellen und kulturpolitischen Bildung übernehmen sollten. Die Geschichte der Arbeiterklasse und aktuelle, zeithistorische Themen sollten nun im Mittelpunkt der Kreismuseen stehen.

1988 wurde der ausgelagerte Kunstbesitz an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden überführt und von dort in mehreren Transporten in das Depot Mühlenbeck der Kunst und Antiquitäten GmbH gebracht.

Das Porträt Karl Gottlob Rudolphs gehörte zu jenen Meißner Kunstgegenständen, die im Dezember 1989 von Mühlenbeck aus über ein Bremer Auktionshaus in den Kunsthandel gelangten.

Kontakt

Anne Dziallas
Leiterin Büro des Oberbürgermeisters

Markt 1, 01662 Meißen
1. Etage, Zi. 107

+49 (0) 3521 467207

+49 (0) 3521 467281

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