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Ehrenbürger

Christian Beatus Kenzelmann

Archidiakon an der Frauenkirche und Vorsteher der Kgl. Weinbau- und Winzerschule am Cöllner Fürstenberg

"In Anerkennung seiner Verdienste um den Weinbau"

Christian Beatus Kenzelmann wurde am 15.09.1759 in Rosenthal bei Dahme als Sohn einer Pfarrers geboren. Er besuchte 1775 bis 1781 die Fürsten- und Landesschule Schulpforte. 1789 trat er am 10.02. als Diakon in Wurzen in den kirchlichen Dienst. Nachdem er 1790 als Diakon der Frauenkirche in Meißen seßhaft geworden war, wirkte er hier ab 1792 als Archidiakon. Daneben wirkte er von 1811 bis mutmaßlich 1840 als Vorsteher der Kgl. Weinbau- und Winzerschule am Cöllner Fürstenberg, wobei er sich um den Weinbau in diesem Gebiet und Oberau verdient machte. 1841 in den Ruhestand versetzt, verstarb er am 20.09.1843 in Meißen.

Die Überreichung der Urkunde erfolgte am 10.02.1839.

Als weitere Ehrung erhielt er am 10.02.1839 die Zivildienst-Medaille in Gold des sächsischen Zivildienst-Ordens.

Dr. Samuel Friedrich Christian Hahnemann

Praktizierender Arzt

"In Anerkennung seiner hohen Verdienste um die Arzneiwissenschaft und um Menschenwohl"

Samuel Hahnemann wurde am 10.04.1755 als Sohn eines Porzellanmalers in Meißen, über dem Fleischsteg 459 (jetzt Neumarkt 59) geboren. Nach dem Besuch der Fürsten- und Landschule St. Afra 1770 bis 1775 und dem Medizinstudium 1775/79 an den Universitäten Leipzig, Wien und Erlangen begann er 1780 seine Arzttätigkeit in Hettstedt. Während zahlreicher Ortsveränderungen entdeckte er 1789 in Leipzig eine Behandlungsmethode, die er 1796 in einem Aufsatz erstmals beschrieb, 1807 "Homöopathie" benannte und 1810 mit seinem Lehrbuch "Organon der rationellen Heilkunde" wissenschaftlich begründete. 1811 bis 1821 in Leipzig, ab 1816 an der dortigen Universität, danach in Köthen tätig, nahm er nach seiner 2. Heirat mit einer französischen Künstlerin 1835 den Wohnsitz in Paris, wo er am 02.07.1843 an einem Bronchialkatarrh verstarb. Seine Grabstätte befindet sich seit einer Umbettung 1898 auf dem Pariser Friedhof Pére Lachaise, am Chemin du Dragon.

Das Diplom wurde von "Schreibelehrer" Weber ausgefertigt und am 10.04.1841 durch die sächsische Gesandtschaft am französischen Hofe in seiner Pariser Wohnung überreicht.

Weitere Ehrungen erfuhr Hahnemann in Meißen u.a. durch eine Gedenktafel (11.04.1855) sowie Büste (1855) am Geburtshaus (seit dessen Abriss 1897/98 am Nachfolgebau), die Bennenung des Straßenzuges "Über den Fleischsteg" in "Hahnemannsplatz" (27.04.1855) sowie die Aufstellung einer Büste von 1839 im Stadtpark an der Nikolaikirche (1957). Seit 1994 widmet sich ein Meißner Hahnemannsverein e.V. seinem Vermächtnis.

Prof. Dr. Rudolf Julius Benno Hübner

Professor an der Kgl. Kunstakademie Dresden

"Für die uneigennützige Gestaltung eines Altarbildes in der Stadtkirche"

Julius Hübner wurde am 27.01.1806 in Oels in Schlesien (jetz Olesnica/Polen) als Sohn des dortigen Stadtdirektors geboren. Nach der Studienaufnahme 1821 in Berlin erhielt er ab 1823 seine Ausbildung im Atelier Schadows, mit dem er 1826 nach Düsseldorf überwechselte. Späteren Aufenthalten in Italien, Berlin und abermals Düsseldorf/Berlin folgte 1839 seine Berufung als Professor an die Kgl. Kunstakademie Dresden, wo er 1842 die Leitung eines Ateliers für Historienmalerei übernahm. Während dieser Tätigkeit führte er 1845 im Auftrag der Kircheninspektion die Anfertigung eines neuen Altarbildes für die Frauenkirche in Meißen aus, das hier - "trotz aller Leere" (Gröger) - bis 1928 verblieb. Als sein bedeutendstes Werk gilt "Das Goldene Zeitalter" (1848), das die Dresdner Gemäldegalerie erwarb, der er ab 1871 als Direktor vorstand. Fünf Wochen nach seinem Eintritt in den Ruhestand verstarb er am 07.11.1882 in Loschwitz bei Dresden an einer Rippenfellentzündung.

Das Diplom "unter Rathshand und Siegel vollzogen", wurde ihm am 02.11.1845 durch eine Deputation der Stadt Meißen in seiner Wohnung überreicht.

Christian Gottlob Steuer

Kassierer

"Für seine vielfachen Verdienste um das Gemeinwohl unserer Stadt"

Christian Gottlob Steuer wurde am 06.08.1776 in Jahna bei Mügeln geboren. Vom 01.05.1814 bis 31.12.1851 war er als Kassierer bzw. Rechnungsführer in der Kassen- und Rechnungs-Expedition der Kgl. Porzellanmanufaktur Meißen tätig. Daneben machte er sich verdient um die "Regulierung des Kriegsschuldentilgungswesens" sowie als Mitbegründer, 1828 bis 1851 Kontrolleur und Protokollführer bzw. Vorstandsmitglied der hiesigen Sparkasse. Er verstarb am 16.01.1856 in Bautzen.

Das Diplom, mutmaßlich abgefaßt von Schreibelehrer Mehl, wurde ihm am 28.03.1852 durch eine Deputation der Stadt Meißen in seiner Wohnung überreicht.

In weiterer Ehrung wurde er mit dem Ritterkreuz des Zivildienstordens ausgezeichnet. 

Carl Heinrich Ferdinand Schütze

Kauf- und Handelsherr, Rittergutsbesitzer

"Für seine vielfachen allgemeinen, sowie für seine besondern ältern und neuern Verdienste um seine Vaterstadt"

Heinrich Schütze wurde am 24.02.1778 als Sohn eines Porzellanmalers in Meißen geboren. Nach London ausgewandert, betätigte er sich hier und später in Hamburg als Kauf- und Handelsherr, wobei er sich bemühte, die durch die Napoleonischen Kriege in Meißen verursachte Not durch Stiftungen und Sammlungen zu lindern. So setzte er sich tatkräftig für die Gründung eines "Waisenvereins zu Meißen" 1814 ein, der sich durch die Kriegsereignisse elternlos gewordenen Kindern annahm, bald aber allen Waisen widmete. 1817 nach Sachsen zurückgekehrt, beteiligte er sich maßgeblich an der Gründung der Dresdner Blindenanstalt, der gemeinnützigen Schule zu Rat und Tat und anderer Wohlfahrtseinrichtungen. Er verstarb am 14.05.1860 in Dresden und wurde in Schweta bei Mügeln, wo er ein Rittergut besaß, beigesetzt.

Die Überreichung der Ehrenurkunde erfolgte am 31.03.1856 durch eine Deputation der Stadt Meißen in seiner Wohnung.

Weitere Würdigungen erfuhr Schütze durch die Auszeichnung als Ritter des Zivilverdienstordens. Auch die Schützestraße im Meißner Triebischtal wurde nach ihm benannt.

Dr. Carl Heinrich Meding

Bezirksarzt

"Für seine langjährige, wohlthätige und uneigennützige Wirksamkeit im Bereiche der Stadtgemeinde sowie für seine treuen Verdienste als Helfer der leidenden Menschheit überhaupt"

Carl Heinrich Meding wurde 1790 geboren. Von 1826 bis 1858 wirkte er in Meißen als Schularzt der Fürsten- und Landesschule St. Afra und Amtsphysikus bzw. Bezirksarzt. Er verstarb am 24.07.1870 in Dresden.

Die Ehrenurkunde wurde ihm am 11.10.1858 zur Kenntnis gebracht.

Eine weitere Ehrung erfuhr Meding durch die Auszeichnung als Ritter des Zivilverdienstordens.

Heinrich Gottlob Kühn

Direktor der Kgl. Porzellanmanufaktur

"In voller und dankbarer Anerkennung der Menschenfreundlichkeit, Uneigennützigkeit und des Gemeinsinns"

Heinrich Gottlob Kühn wurde am 28.06.1788 in Dresden als Sohn eines Konsistorialrates geboren. Nach dem Studium der Bergwissenschaft 1804/09 in Freiberg, der Rechtswissenschaft 1809/12 in Wittenberg und einer Anstellung 1813 als Bergamtsauditor in Freiberg nahm er als Leutnant am Befreiungskrieg gegen Napoleon bis zur Verwundung bei Courtray teil. 1814 übernahm er die Leitung der Kgl. Porzellanmanufaktur, die er - ab 1817 als Inspektor, ab 1849 als Direktor - bis 1870 innehatte. In dieser Zeit realisierte er zahlreiche technische Neuerungen (u.a. moderne Rundöfen, Dampfbetrieb, Kohlefeuerung, Luftheizung, Glanzvergoldung, Schillerfarben), erfolgte 1863/65 der Umzug von der Albrechtsburg ins Triebischtal und wurden auch soziale Verbesserungen vorgenommen. Er verstarb am 10.01.1870 in Meißen.

Die Überreichung der Ehrenurkunde, ausgefertigt von Schriftmaler Auerbach, erfolgte am 05.12.1863.

An weiteren Ehrungen wurden Kühn neben den Ernennungen zum Kommissionsrat 1833 und Geheimen Bergrat 1849 noch zuteil die Auszeichnungen mit dem Zivilverdienst-Ritterorden 1844 und als Komtur des Verdienstordens 1864.

Eduard Leschner

Kaufmann

"In Anerkennung der Menschenfreundlichkeit, des Gemeinsinns und der opferfreudigen Hingebung für die Wohlfahrt unserer Stadt, welche während seiner langjährigen Verwaltung städtischer Ehrenämter und insbesondere durch die von ihm auf eigene Kosten ausgeführte, der Verbesserung des Straßenverkehrs und dem Naturgenusses gewidmeten Bauten und Anpflanzungen an den Tag gelegt hat"

Eduard Leschner wurde am 17.04.1807 in Freiberg geboren und in Meißen stadtbekannt als Besitzer des "tiefen Ladens" am Heinrichsplatz 5, Stadtrat (1859 bis 1878) sowie durch Stiftungen für wohltätige und gemeinnützige Zwecke, u.a. die Aussicht an der Plossenkurve der Wilsdruffer Straße, errichtet 1859. Er verstarb am 28.10.1878 in Niederfähre. Sein Grab befindet sich auf dem Stadtfriedhof.

Die Ehrenurkunde, ausgefertigt vom Porzellanmaler Hummel, wurde ihm am 30.12.1874 überreicht.

Eine weitere Ehrung erfuhr er durch die nach ihm benannte Leschnerstraße.

Ernst Justus Burckhardt

Kaufmann

"In dankbarer Anerkennung seiner mit unwandelbarer Treue und opferfreudigem Gemeinsinn geleisteten vielfachen ersprießlichen Dienste"

Ernst Justus Burckhardt wurde am 22.12.1807 in Meißen als Sohn eines Kaufmanns geboren. Nach der kaufmännischen Lehre 1821/27 im elterlichen Geschäft Görnische Gasse 1 bzw. in Chemnitz und Naumburg sowie kaufmännischer Tätigkeit in Magdeburg und Dessau kehrte er 1829 nach Meißen zurück, wo er das elterliche Geschäft 1835 als Geschäftsleiter und 1841 als Alleininhaber übernahm. Daneben betätigte er sich u.a. als Tongrubenbesitzer und - 1872/81 - Vositzender des Aufsichtsrates der Jutespinnerei und -weberei sowie in zahlreichen Ehrenämtern. So wirkte er ab 1845 als Stadtrat, 1862/77 in der Handelskammer Dresden, 1862/74 am Bezirksgericht und 1831 bis 1881 als Kassierer im Wohltätigkeitsverein "Zu Rat und Tat", begründete er mit anderen 1845 die naturwissenschaftliche Gesellschaft "Isis", 1847 die Meißner Freimaurer-Loge "Zur Akazie", wo er 1852 bis 1880 als Stuhlmeister fungierte, und schließlich 1849 den Krankenhilfsverein "Saxonia". Er verstarb am 17.06.1888 in Meißen an Altersschwäche.

Die Ehrenurkunde, von Porzellanmaler Hummel ausgefertigt, wurde ihm am 03.01.1875 in seiner Wohnung überreicht.

An weiteren Ehrungen wurden Burckhardt 1855 die Wahl zum Stadtältesten und 1877 die Auszeichnung als Ritter des Albrechtsordens zuteil.

Gustav Moritz Hallbauer

Advokat und Finanzprokurator

"Wegen seiner fast ein Menschenalter hindurch mit steter unwandelbarer Treue und aufopferndem Gemeinsinne bethätigten hingebungsvollen Theilnahme an den Angelegenheiten und Interessen unserer Stadt"

Gustav Moritz Hallbauer wurde am 31.05.1808 in Rochlitz als Sohn eines Stadtschreibers geboren. Nach dem Jurastudium 1826 und 1829 in Leipzig nahm er 1835 in Meißen seine Tätigkeit als Advokat auf, wozu er ab 1841 noch die Aufgaben eines Finanzprokurators im Finanzministerium übernahm. Daneben erwarb er sich Anerkennung und Ansehen im Stadtverordneten-Kollegium, das ihn 1841 zum Vorsteher wählte und aus dem er 1878 aus eigenem Wunsch ausschied, sowie 1848/49 als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. Zu den vielen sonstigen Aktivitäten gehören außerdem u.a. die Mitbegründung des Kreditvereins, in dem er die Funktion des Direktors wahrnahm, des Armen-Versorgungs-Vereins und Tagarbeiter-Krankenhilfsvereins sowie des Konsumvereins und seine mehr als 40-jährige Wirksamkeit als Schriftführer im Verein für die Kinderbewahranstalt. Darüber hinaus setzte er sich durch den Ankauf von Land, das er preiswert der Stadt überließ, gegen Bodenspekulanten und für eine städtische Bebauung zwischen Gerbergasse und Poststraße ein. Er verstarb am 06.06.1887 in Meißen infolge einer plötzlichen Aufregung.

Das Ehrenbürger-Diplom wurde ihm am 18.02.1879 durch Bürgermeister Hirschberg und Stadtverordneten-Vorsteher Prof. Dr. Flathe in seiner Wohnung überreicht.

Weitere Ehrungen wurden ihm durch die Verleihung des Titels Justizrat 1885 und die Auszeichnung als Ritter des Albrechtsordens 1. Klasse zuteil.

Gustav Ludwig Crasso

Oberbetriebsinspektor

"In dankbarer Anerkennung seiner Menschenfreundlichkeit, seines Gemeinsinnes und seiner gegen hiesige Stadt und Bürgerschaft von jeher beredtsamen Liebe und patriotischer Anhänglichkeit, welche insbesondere durch einen jüngst mit hiesiger Stadtgemeinde abgeschlossenen Erb- und Schenkungsvertrag in hochherzigster Weise bethätigt worden"

Gustav Ludwig Crasso wurde am 14.03.1810 in Meißen als Sohn eines Arkanisten geboren. Nach einer Apothekerlehre in der Dresdner Mohrenapotheke, einer Tätigkeit als Provisor und Studien an den Universitäten in Leipzig und Berlin trat er 1837 als Laborant in die Kgl. Porzellanmanufaktur ein. Während einer fast 40-jährigen Tätigkeit erwarb er sich hier bis zu seiner Pensionierung 1876, zuletzt als Oberbetriebsinspektor und Mitglied der Direktion, insbesondere Verdienste um die Modernisierung der Technologie. Daneben widmete er sich dem Weinbau und der Mitarbeit in der naturwissenschaftlichen Gesellschaft "Isis" sowie im Gustav-Adolf- Zweigverein, die er mitbegründete. Durch Stiftungen sowie die Überlassung von Bauland für ein städtisches Krankenhaus, das dort 1888/91 errichtet werden konnte, half er der Stadt entscheidend bei dem Ausbau eines modernen Sozial- und Gesundheitswesens. Er verstarb am 19.06.1898 in Cölln-Niederfähre. Er wurde auf dem Zscheilaer Friedhof beigesetzt.

Die von dem Dresdner Kalligraphen Knebel ausgefertigte Ehrenurkunde wurde ihm am 15.03.1882 wunschgemäß durch einen Wachtmeister in die Wohnung überbracht.

Als weitere Ehrung wurde Crasso 1872 die Auszeichnung mt dem Ritterkreuz des Albrechtsordens zuteil. Außerdem erinnern die Crassostraße und der Crassoberg an ihn.

Karl Friedrich Henke

Schnittwarenhändler

"In dankbarer Anerkennung alles dessen, was er als Bürger der Stadt, als Mitglied des Stadtverordneten- und des Rathskollegiums zum Besten der Stadt geleistet hat und unter besonderer Würdigung der Verdienste, die er sich seit dem Jahre 1868 als Stadtrath in treuer, aufopfernder Arbeit um die Verwaltung der Stadt, insbesondere der Gasanstalt, des Markt- und Armenwesens erworben hat"

Karl Friedrich Henke wurde am 23.07.1821 in Sebnitz geboren. Nachdem er sich die Fertigkeiten eines Leinewebermeisters erworben hatte, erwarb er 1844 das Bürgerrecht der Stadt Meißen, wo er eine Schnittwarenhandlung eröffnete und in der Marktgasse 10 betrieb. Daneben widmete er sich zahlreichen städtischen Ehrenämtern, so von 1860 bis 1868 im Stadtverordneten-Kollegium, danach bis 1896 als unbesoldetes Ratsmitglied, außerdem als Armenpfleger sowie Vorsitzender des Ausschusses für Gasanstalt und Beleuchtungswesen und des Marktausschusses. Er verstarb am 03.11.1904 in Meißen.

Die Ehrenurkunde wurde von dem Meißner Kalligraphen und Polizeiregistrator Thessel ausgefertigt und von der Firma Brück & Sohn mit einem Eichenrahmen eingefaßt, den Bildhauer Große fertigte. Die Überreichung erfolgte am 28.06.1894 in einer Zusammenkunft des Stadtgemeinderates in der Neumarktschule.

An weiterer Ehrung wurde Henke die Auszeichung mit dem Ritterkreuz 2. Klasse des Albrechtsordens 1893 zuteil.

Fürst Otto von Bismarck

Reichskanzler

"In dankbarer Anerkennung seiner unvergänglichen Verdienste um die Wiederaufrichtung des Reiches und die den deutschen Gemeinden dadurch gegebene Förderung"

Fürst Otto von Bismarck, geboren am 01.04.1815 in Schönhausen, wurde bekannt und verehrt als Begründer des Deutschen Reiches und dessen erster Reichskanzler von 1871 bis 1890. Er verstarb am 30.07.1898 in Friedrichsruh, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand.

Bei dieser Ehrenbürgerrechtsverleihung handelte es sich um einen Gemeinschaftsakt von 72 sächsischen Städten revidierter Städteordnung. Demgemäß wurde auch die Überreichung der Ehrenurkunde, die Prof. Richard Hoffmann von der Industrieschule Plauen i.V. entwarf, am 08.05.1895 in Friedrichsruh durch Abgeordnete aller dieser Städte vorgenommen, worunter Meißen mit einem Stadtrat und einem Stadtverordneten vertreten war.

Karl Robert Kurtz

Kaufmann

"In Anerkennung der langjährigen und vielfältigen Dienste zum Wohle der Stadt"

Robert Kurtz wurde am 20.07.1838 in Meißen als Sohn eines Kaufmanns geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Freiberg, Tetschen (Děčín) und Harburg trat er 1863 als Kommiß in das väterliche Geschäft am Markt 3 ein, das er nach dem Tode des Vaters als Seniorchef übernahm und 1896 als Fabrikunternehmen zur Talstraße 80 verlegte. Daneben erwarb er sich Verdienste als Stadtverordneter, unbesoldeter Stadtrat, Landtagsabgeordneter sowie im Bezirks- und Kreisausschuss und in der Handelskammer als auch durch Stiftungen. Er verstarb am 05.08.1910. Sein Grab befindet sich auf dem Martinsfriedhof.

Der Ehrenbürgerbrief wurde vom Kalligraphen und Polizeisekretär Thessel künstlerisch ausgeführt und mit einem Rahmen eingefasst, den der Kunsttischler Birkner aus weißem Eschenholz anfertigte, verziert mit einer stilisierten Ranke aus dunkelgebeiztem Eschenholz, einer Kante aus schwarzen Hölzern mit Perlmutt sowie durch ein reichverziertes geschnitztes Wappen. Die Überreichung erfolgte am 20.07.1908.

Als weitere Ehrung wurde Kurtz 1908 die Verleihung des Titels Geheimer Kommerzienrat zuteil.

Carl Gustav Adolf Hofmann

Kaufmann, Branddirektor

"Für sein langjähriges verdienstvolles Wirken zum Besten der Stadt als Mitglied der städtischen Kollegien, als Branddirektor und als Vorsitzender des Gewerbevereins"

Carl Gustav Adolf Hofmann wurde am 08.04.1843 geboren und 1865 in Meißen ansässig, wo er sogleich als Steiger in die Turnerfeuerwehr eintrat, nachdem er sich bereits 1861 in Schandau und ab 1862 in Sondershausen für die Feuerwehr engagiert hatte. Von 1876 bis zu seinem Tode leitete er die Meißner Wehr als städtischer Branddirektor (Wehrleiter). Daneben betätigte er sich noch als Stadtverordneter (1871/74 und 1885/1912, davon 1895/1911 Stadtverordnetenvorsteher), unbesoldeter Stadtrat (1875/80) sowie Vorsitzender des Gewerbevereins ab 1876, in dem er als Tuchhändler bzw. -kaufmann gewerbliche Interessen einbrachte. Er verstarb am 12.07.1913 in Meißen.

Die Ehrenurkunde wurde vom Kalligraphen und Ratssekretär Thessel künstlerisch ausgeführt und mit einem Rahmen eingefasst, den der Kunsttischler und Obermeister Birkner aus Mooreichenholz (Sumpfeiche) anfertigte, verziert mit Rahmenkanten aus schwarzem Birnbaumholz sowie Perlenleisten und einem reich geschnitzten, farbig staffierten Meißner Stadtwappen. Die Überreichung erfolgte am 09.04.1913, verbunden mit einem Fackelzug der freiwilligen Feuerwehr.

Als weitere Ehrung wurde Hofmann 1887 die Auszeichnung mit dem Ehrenzeichen der freiwilligen Feuerwehren zuteil.

Dr. Albin Max Ay

Oberbürgermeister

"Für seine langjährigen und vielfältigen Verdienste um das Wohl der Stadt"

Max Ay wurde am 08.07.1862 in Hohburg bei Wurzen als Sohn eines Gutsbesitzes geboren. Nach dem Besuch der Thomasschule in Leipzig und dem Studium der Rechte in Bonn und Leipzig sowie Referendartätigkeiten bis zur 2. juristischen Staatsprüfung trat er im Juli 1892 als juristischer Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister von Crimmitschau in den kommunalen Verwaltungsdienst. Bereits vier Jahre später wechselte er zur Stadtverwaltung Meißen über, wo er am 15.06.1896 als 1. Stadtrat und Stellvertretender Bürgermeister angestellt und am 01.10.1896 zum Bürgermeister gewählt wurde. In dieser Tätigkeit, die er bis zum 31.12.1926 - ab 1912 als Oberbürgermeister - versah, löste er trotz widriger Zeitumstände beachtliche städtische Aufgaben, wie der Kanalisation, der Sparkassenumgestaltung, des Ausbaus der Realschule, der Vorbereitung des Neubaus von Bahnhof und Elbbrücke sowie der Eingemeindungen. Daneben wirkte er u.a. in der 1. Ständekammer Sachsens sowie als 2. Vorsitzender des Meißner Kunstvereins. Er verstarb am 15.03.1941 in Meißen. Seine Beisetzung erfolgte auf dem Stadtfriedhof.

Der Ehrenbürgerbrief wurde von Sparkassendirektor Thessel kunstvoll ausgefertigt, von Porzellanmaler Hempel mit einem Stadtwappen auf dem Titelblatt verziert und von Buchbindermeister Lochmann in eine Ledermappe mit feinstem Flechtwerk eingebunden. Die Überreichung erfolgte am 31.12.1926.

Weitere Ehrungen wurden ihm 1909 durch die Auszeichnung als Ritter des Albrechtsordens 1. Klasse sowie von 1933 bis 1949 durch die Dr.-Ay-Straße (jetzt Max-Kamprath-Straße) zuteil.

Paul von Beneckendorff und von Hindenburg

Reichspräsident, Generalfeldmarschall

"Dem siegreichen und ruhmgekrönten Führer in Krieg und Frieden"

(Eine Ehrenbürgerschaft stand bereits am 16.05.1929 zur Abstimmung, wurde damals jedoch durch die Mehrheit der SPD- und KPD-Stadtverordneten abgelehnt.)

Paul von Beneckendorff und von Hindenburg wurde am 02.10.1847 in Posen (jetzt Poznan/Polen) geboren und zu Beginn des 1. Weltkrieges 1914 durch die Abwehr des russischen Einbruchs in Ostpreußen bei Tannenberg als Armeebefehlshaber, 1916 bis 1919 als Chef des Generalstabes bekannt. 1925 bis 1934 Reichspräsident, berief er 1933 Hitler zum Reichskanzler. Er verstarb am 02.08.1934 auf seinem Gut Neudeck in Ostpreußen (jetzt Ogrodzieniec/Polen).

Der Ehrenbürgerbrief wurde von den Kunstmalern Borsdorf und Kähling künstlerisch ausgefertigt und in der Werkstatt von Christopher in eine Mappe aus Kalbsleder eingebunden, innen mit Samt ausgeschlagen, außen mit dem ältesten Meißner Stadtwappen versehen. Die Überreichung erfolgte in Berlin.

Ruiji Aoki

Bürgermeister

"Für seinen entscheidenden Anteil am Zustandekommen und der steten Entwicklung der Partnerschaft zwischen Arita und Meißen und damit zur Festigung friedlicher Beziehungen und des Vertrauens"

Ruiji Aoki, Bürgermeister der südjapinischen Porzellanstadt Arita, hatte maßgeblichen Anteil am Abschluss der Städtepartnerschaft zwischen Meißen und Arita, die am 09.02.1979 in Tokio vereinbart werden konnte. Durch persönliche Besuche 1979 und 1982 in Meißen sowie durch die Organisation der Ausstellungen "Meißen grüßt Arita" und "Arita grüßt Meißen" setzte er für die Gestaltung der Partnerschaft wesentliche Impulse. Er verstarb Ende November 1994.

Die Ehrenbürgerurkunde wurde Ruiji Aoki am 25.05.1988 in einer festlichen Sitzung des Rates der Stadt Meißen durch den Bürgermeister Däumer überreicht.

Prof. Peter Schreier

Kammersänger

"In dankbarer Würdigung seiner Verdienste um die Stadt Meißen"

Peter Schreier wurde am 29.07.1935 in Gauernitz bei Meißen geboren. Er begann seine musikalische Laufbahn als Knabensolist des Dresdner Kreuzchores. Er absolvierte ein Studium an der Musikhochschule Dresden. Sein Bühnendebüt gab er 1959 an der Staatsoper Dresden, deren Mitglied er seit 1961 ist. Es folgte 1963 die Deutsche Staatsoper Berlin. Seit 1966 wirkte er als ständiger Gast an der Wiener Staatsoper, seit 1969 an der Mailänder Scala. Er ist ständiger Gast bei den Festspielen in Bayreuth und Salzburg. Peter Schreier ist ein international gefeierter Opern-, Oratorien- und Liederinterpret mit Repertoireschwerpunkten Bach und Mozart. Erfolgreich als Dirigent mit Konzerten u.a. bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Berliner Philharmonischen Orchester, den Wiener Symphonikern, der Dresdner Philharmonie, bei Orchestern in Köln, Hamburg, Los Angeles, Cleveland, Helsinki, Kopenhagen.

Peter Schreier ist Gründungsmitglied des Kuratoriums "Rettet Meißen - Jetzt" e.V. In hervorragender Weise macht er sich das Anliegen des Kuratoriums und der Stadt Meißen zu eigen. Mit dem Erlös zahlreicher Benefizkonzerte unterstützt er den Wiederaufbau der historischen Altstadt und den Erhalt zahlreicher Denkmäler.

An Ehrungen und Auszeichnungen wurden Peter Schreier u.a. zuteil die Titel Kammersänger und Professor, Ernst von Siemens-Preis, Wartburg-Preis, Telemann-Preis, Mitglied der Akademien in Berlin, München, Stockholm sowie Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde Wien.

Helmut Reibig

Leiter des Stadtmuseums und des Stadtarchivs

"In dankbarer Anerkennung seines langjährigen, verdienstvollen Wirkens um das Gemeinwohl unserer Stadt"

Helmut Reibig wurde am 14.05.1912 in Meißen geboren. In über fünf Jahrzehnten hat er sich bleibende Verdienste um die Entwicklung von Kultur und Bildung in unserer Stadt erworben und sich dabei besonders um die Erhaltung von Kulturgut verdient gemacht. Unmittelbar nach Kriegsende im Jahre 1945 gehörte er zu den Ersten, die an die Beseitigung der geistigen und materiellen Trümmer des Krieges in seiner Heimatstadt Meißen gingen.

Als Leiter des Stadtmuseums nahm er seit 1946 maßgeblich Einfluss auf den Wiederaufbau und die Entwicklung des am Kriegsende in Mitleidenschaft gezogenen Stadtmuseums. Er leitete über Jahrzehnte das Stadtarchiv sowie die Verwaltung der Albrechtsburg und des Schlosses Siebeneichen.

Sein Leben und Wirken ist unverwechselbar gekennzeichnet durch sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement im Bereich der Denkmalpflege. Dieses hohe Bemühen trug sowohl in der Landeshauptstadt Dresden als auch besonders in seiner Heimatstadt bedeutende Früchte beim Erhalt von wertvoller, historischer Bausubstanz; denn Meißen zeigt sich nach Jahrzehnten des Verfalls heute wieder als ein Kleinod deutscher Baukultur.

Dies ist jenen zu verdanken, die in schwierigen Zeiten mit Sachkenntnis, Verantwortung und Beharrlichkeit für die Bewahrung von Kulturgut Entscheidendes leisteten. Helmut Reibig stand diesen als unbeirrbares Vorbild voran.

Für sein jahrzehntelanges Wirken bis ins hohe Alter, seinen Fleiß und seine Geradlinigkeit verdient Helmut Reibig den Dank und die Ehrung der Stadt Meißen und ihrer Bürger. Die Ehrenurkunde wurde ihm am 25.02.2006 im Stadttheater Meißen feierlich überreicht.

Helmut Reibig verstarb am 16.10.2006 in Meißen. Sein Grab befindet sich auf dem Stadtfriedhof.

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