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Dienstag, 2. September 2014

Gedenktafel für getötete Zwangsarbeiter mit feierlicher Zeremonie enthüllt

Gedenktafel

Rund 50 Meißnerinnen und Meißner hatten sich zum 75. Jahrestag des Kriegsbeginns am 1. September 2014 am Meißner Krematorium eingefunden. Anlass war eine Gedenkfeier für 16 ermordete Zwangsarbeiter, zu der die Bürgerinitiative Stolpersteine geladen hatte. Die jungen Männer aus ganz Europa wurden an der Friedhofsmauer kurz vor Beendigung des 2. Weltkrieges ohne Urteil und Prozess von Polizeibeamten erschossen.

Worte der Erinnerung übermittelten neben Oberbürgermeister Olaf Raschke, Pfarrer i.R. Jürgen Günther und Pfarrer Bernd Oehler auch die Zeitzeugen Fritz Walter und Dr. Horst Zimmermann. Sie erinnerten an den Beginn des zweiten Weltkrieges vor 75. Jahren und wiesen auf die Wunden hin, die auch in Meißen noch nicht verheilt seien. Mit der Gedenktafel, so Oberbürgermeister Olaf Raschke, hole man die Opfer aus Ihrer Anonymität und gebe Ihnen ein stückweit ihre Menschenwürde zurück. Ebenso wie das Stadtoberhaupt erinnerte auch Jürgen Günther an die Kriege und Konflikte, die heute wieder in unserer unmittelbaren Nähe ausgetragen werden: „Wir leiden mit den Völkern in unserer Nachbarschaft, die immer noch und immer wieder von Kriegsgewalt und Gewalttaten tyrannisiert werden“.

In ergreifenden Berichten schilderten die Zeitzeugen Dr. Horst Zimmermann und Gärtnermeister Fritz Walter, wie sie als junge Gärtnerlehrlinge das Geschehen am angrenzenden Friedhof erlebten. Fritz Walter beschrieb anschaulich, wie er aus dem naheliegenden Lehrlingszimmer die gebeugten Gestalten beobachtete, die im Halbdunkel von Unifomierten zum Friedhof geführt wurden und wie er kurz darauf den Knall der tödlichen Schüsse hörte.

Mit der Gedenktafel wird auch ein Vermächtnis des verstorbenen Meißner Ortschronisten Gerhard Steinecke erfüllt, der über die Mordaktion recherchiert und einen solchen Gedenkstein angeregt hatte. DieTafel enthüllte der Geschäftsführer des Krematoriums Jörg Schaldach. Die Bläsergruppe der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde begleitete die Zeremonie und Meißner legten Blumen zum Gedenken der Opfer und zur Mahnung nieder.


Kontakt

Anne Dziallas
Leiterin Büro des Oberbürgermeisters

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