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Dienstag, 31. März 2015

„Porzelliner auf künstlerischen Abwegen“ - Sonderausstellung zum freien Schaffen der Manufakturisten

Porzelliner

Gemeinsam eröffneten heute Meißens Bürgermeister Hartmut Gruner und Museumsleiterin Martina Fischer eine neue Sonderausstellung im Stadtmuseum. Die Schau „Porzelliner auf Abwegen – eine Künstlerszene in der Provinz“ stellt jene Werke in den Mittelpunkt, die unabhängig von den Auftragsarbeiten für das Traditionsunternehmen entstanden.

Die seit 1710 in Meißen ansässige Porzellan-Manufaktur beschäftigte von Anfang an künstlerisch und kunsthandwerklich exzellent ausgebildetes Personal - zunächst als Gestalter, wenig später auch als Maler. Schon bald nach der Gründung wurde ein großer Teil des beruflichen Nachwuchses im eigenen Hause herangebildet. So vermittelte etwa Carl Heinrich Fehlings Zeichenschule seit 1743 Grundlagen der Zeichenkunst. Bereits ab der zweiten Generation betätigten sich Angehörige des Malerkorps und der Gestaltungsabteilung auch in ihrer Freizeit als bildende Künstler. Die ältesten bekannten, selbständigen Werke von Porzellanmalern fallen in die Zeit um 1764, als die Zeichenschule künstlerisch der Dresdner Akademie der Bildenden Künste unterstellt wurde. Bis ins 20. Jahrhundert hinein bestand zwischen der Porzellan-Manufaktur und der Akademie ein reger Austausch. Die Porzellan-Manufaktur delegierte talentierte Maler und Gestalter zur Aus- und Weiterbildung nach Dresden und nahm von dort Absolventen auf, um sie in der Porzellanmalerei zu spezialisieren.

Einer von ihnen war auch Johann Friedrich Nagel (1765-1825), der 1793 als akademischer Maler in die Manufaktur eintrat. Daneben arbeitete er weiterhin frei und hinterließ zahlreiche zeichnerische und grafische Blätter, die Meißen und seine Umgebung darstellen.
In der Ausstellung werden 25 Werke Nagels zu sehen sein, darunter selten gezeigte Bilder zu den Kriegswirren des Jahres 1813 in Meißen. Die Sonderausstellung ist dem 250. Geburtstag des Künstlers gewidmet.

Weitere frühe Beispiele für das künstlerische Schaffen der Manufakturisten sind die Zeichnungen, Grafiken und Gemälde der Porzellanmaler Karl Gottlob Ehrlich und Johann Gottfried Jentzsch, auf denen die Stadt Meißen mit ihren landschaftlichen Schönheiten abbildet ist. Eindrucksvoll auch Christian Friedrich Kühnels Grafik-Serie über „Kriegsgreuel“ um 1775. Die steinernen Grabplastiken Johann Joachim Kändlers im Kreuzgang des Stadtmuseums gehören ebenfalls zu diesen frühesten Werken.

Diese und weitere Werke zeigen deutlich den Einfluss der Porzelliner auf eine eigenständige Meißner Kunstszene.

Neben Malerei und Grafik gibt es in der neuen Sonderausstellung auch Buchillustrationen, Plastiken, Kleinstplastiken und Medaillenkunst und mehr zu bewundern. Selbst in der Darstellenden Kunst sowie in Lyrik, Dramatik und Prosa versuchten sich Mitarbeiter der Porzellan-Manufaktur.

Insgesamt werden etwa 60 Manufakturisten mit ihrem freien Schaffen vorgestellt. Eines der ältesten Werke ist eine Buchillustration des Malers Johann Gottlob Probsthayn um 1765, die jüngsten Werke stammen aus der privaten Werkstatt des erst 2010 verstorbenen Formgestalters Ludwig Zepner sowie von dem 2014 verstorbenen Porzellanmaler und Maler Wilhelm Hänsch.

Für die Sonderausstellung erhielt das Stadtmuseum Leihgaben aus dem Stadtarchiv Meißen, der Städtischen Galerie Dresden, dem Musikinstrumentenmuseum Leipzig und von zahlreichen Privatleuten.

Gefördert wird die Ausstellung durch den Kulturraum Meißen – Sächsische Schweiz – Osterzgebirge.

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung

Sonntag, 17. Mai, 11 Uhr: Führung durch die Sonderausstellung zum Internationalen Museumstag

Samstag, 4. Juli, ab 18 Uhr: Programm zur Langen Nacht der Kunst, Kultur und Architektur

Mittwoch, 8. Juli, 18 Uhr: Führung durch die Sonderausstellung

Mittwoch, 2. September, 18 Uhr: Führung zu Johann Joachim Kändler als Steinbildhauer

Informationen

Öffnungszeiten: 31. März bis 1. November 2015, Dienstag bis Sonntag, auch Ostermontag und Pfingstmontag 10 bis 18 Uhr

Eintritt: Erwachsene: 3 Euro; Ermäßigte: 2 Euro, Familien: 8 Euro

Kontakt: Tel.: 03521 458 857; Mail: stadtmuseum@stadt-meissen.de
Stadtmuseum Meißen, Heinrichsplatz 3, 01662 Meißen

 

Kontakt

Anne Dziallas
Leiterin Büro des Oberbürgermeisters

Markt 1, 01662 Meißen
1. Etage, Zi. 106 

+49 (0) 3521 467207

+49 (0) 3521 467281

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