Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt stellt Projekt vor
Wer Meißen besucht, besucht die Wiege Sachsens. Über 1000 Jahre Geschichte haben diese Stadt und ihr Umland geprägt. Imposant erhebt sich der Meißner Dom auf dem Burgberg, dessen Ansicht weit über Sachsen hinaus bekannt ist.
Die Nutzung der Freiflächen am Meißner Burgberg ist im Laufe der Jahrhunderte so wechselvoll, wie die Geschichte des Burgberges selbst. Über Jahrzehnte spielte dabei auch der Weinbau eine Rolle für die Bewirtschaftung des Burgberges. Terrassierte Anbauflächen gelten aufgrund der Komplexität ihres Entstehens und der Aufwändigkeit ihres Erhaltes als historische Kulturlandschaften von höchstem Wert und sind deshalb Teil des Welterbes der Menschheit. Sie sind oft bedeutende Standorte seltener Arten.
Auf der Südseite des Burgberges, unterhalb der sogenannten Amtsstufen, ist bereits seit langem die Wiederherstellung der historischen Terrassen zur Wiederanlage eines Weinberges geplant.
Auf dieser in den letzten Jahrzehnten dem Verfall preisgegebenen Fläche sollen nun, in Abstimmung mit der Stadt Meißen, den Behörden des Landkreises und Trägern öffentlicher Belange wertvolle Biotope eines Steillagenweinbergs mit Trockenmauern entstehen.
Langfristig wird der Weinberg einem Umweltbildungsprojekt mit dem Landesgymnasium St. Afra dienen und mit seinem Lehrpfad zur Umweltbildung von Schülern weiterer Schulen der Region einladen.
Das Projekt wird in drei Module gegliedert, die organisatorisch und bautechnisch relativ unabhängig voneinander im Zeitraum 2010 bis 2012 realisiert werden sollen:
Modul 1 Errichtung von Trockenmauern und Biotopgestaltung
Modul 2 Landschaftsgestaltung und Aufrebung
Modul 3 Ausstattung, Umweltbildung, Lehrpfad
Durch die Aufrebung sollen das charakteristische Landschaftsbild mit der historischen Stadtansicht durch eine weinbauliche Komponente bereichert, besonders geschützte Trockenmauerbiotope (wieder-) hergestellt und ein Beitrag zur Umweltbildung geleistet werden
Das Projekt soll in seiner Vielfalt und Vernetzung ein Modellbeispiel für das positive Zusammenwirken von Naturschutz und Landnutzung in der Kulturlandschaft werden.
Die Einbindung in ein künftiges Umweltbildungsprojekt eröffnet zudem Chancen, auch der Öffentlichkeit Aspekte der Flora und Fauna des Lebensraumes Terrassen-Weinberg nahe zu bringen. Neben der unmittelbaren landschaftsästhetischen und funktionalen Wirkung rückt damit auch der Naturschutzwert dieser Landschaftsstrukturelemente in besonderer Weise ins öffentliche Bewusstsein und wird durch den Tourismus zusätzlich über die Grenzen Sachsens hinaus bekannt.
Die Arbeiten auf der stiftungseigenen Fläche werden ab Januar 2010 beginnen. Zur Vorbereitung ist zunächst die Entfernung wild aufgewachsenen Strauch-Bewuchses und später weniger Bäume auf ca. 1.000 Quadratmetern notwendig. Unter Erhaltung bestehender, schützenswerter Biotopbereiche werden die „Aufräumarbeiten“ außerhalb der Vegetationsperiode und damit auch außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeiten der Vögel durchgeführt.
Das Investitionsvorhaben wird im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum durch die Europäische Union und dem Freistaat Sachsen finanziell gefördert und der Eigenanteil aus Zweckerträgen der Lotterie GlücksSpirale maßgeblich unterstützt.
Weitere Informationen erhalten Sie: http://www.lanu.de/