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Franziskaner auf großer Fahrt

Eine Chronik der AG Kiew

Das Franziskaneum ist nicht nur für die Leistungen seiner Schüler, sondern auch für verschiedene Schulpartnerschaften und besondere Aktivitäten in Austauschprogrammen bekannt. So zum Beispiel auch mit dem Aleksandriiski-Gymnasium in Kiew, Ukraine.
Das erscheint etwas ungewöhnlich, denn wen zieht es heute gen Osten, in die Länder der ehemaligen Sowjetunion? Wer will Länder sehen, in denen früher der Kommunismus herrschte und heute viel Armut anzutreffen ist?

Nach dem klar war, dass man im Klassenverband mit 25 Schülern eine Fahrt in die Ukraine nicht organisieren kann, gründete sich Anfang 2006 die Arbeitsgemeinschaft „Kiew-Austausch“, kurz AG Kiew. Die AG-Leiterin, Frau Bäcker, suchte in Kiew eine passende Partnerschule und bis zum Juni 2006 fanden sich insgesamt 15 Schüler, die noch im Herbst 2006 das große Abenteuer wagten. Eine bunt gemischte Truppe machte sich damals auf den Weg - Schüler der Klassen zehn bis zwölf, Jungen und Mädchen, mit dem Russischen vertraut oder auch nicht. 32-Stunden-Zugfahrt langen vor ihnen. Doch im Vorfeld wartete eine Menge Arbeit, galt es den Kontakt aufrecht zu halten und mit Kuchenbasaren und anderen Aktionen die AG-Kasse zu füllen. Ein starkes Team erlebte so 2006 gemeinsam zwei großartige Wochen in der ukrainischen Hauptstadt und in ihren Gastfamilien. Das dort entstandene Material wurde von den Schülern gesichtet, geschnitten und mit Musik unterlegt. Anschließend wurde der Streifen besprochen und beim Bundesfremdsprachenwettbewerb eingereicht. Mit der Bewerbung belegten die Franziskaner sachsenweit im Gruppenwettbewerb, in der Sprache Russisch, den zweiten Platz. Im November 2006 dann der Gegenbesuch von zehn ukrainische Schüler in Meißen. Der Austausch wurde zum Austausch: Gemeinsam verbrachten sie erneut zehn schöne Tage mit ihren Freunden.

Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken ging es an die Vorbereitungen der zweiten Kiew-Fahrt Anfang September 2007. Viele sahen ihre alten Gastfamilien wieder, während andere in Kiew ganz neue Seiten der Stadt kennen lernten. Das Schuljahr 2007/2008 wurde in der AG Arbeit besonders intensiv. Zwar stand kein Gegenbesuch, noch die direkte Vorbereitung des nächsten Austausches an, dafür aber die Arbeit am nächsten Film und die Integration neuer AG-Mitglieder. Am 22. September 2007, im Rahmen der 100-Jahr-Feier, verköstigten die AG-Mitglieder die Gäste des Tages der Offenen Tür am Franziskaneum mit Soljanka, russischem Kartoffelsalat und süßen Plinis. Seit diesem Tag ist die kulinarische Küche der Kiewer eine feste Institution zum Tag der Offenen Tür und einer der Höhepunkt in der Arbeit der AG.
Der neue Film beinhaltete das Projekt „Pirogowo“ - ein kulturhistorisches Museum in der Nähe von Kiew. Auch dieser wurde in akribischer Arbeit und mit passender Musik sowie interessanten Anekdoten unterlegt und erneut beim Bundesfremdsprachenwettbewerb eingereicht. Dieses Mal reichte es zum dritten Platz. Der Film war gleichzeitig der Beginn eines zeitaufwendigen medienpädagogischen Projektes.

Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 übernahmen die „Neuen“ die Arbeit in der AG und bereiteten den Besuch der Ukrainer Anfang April in Meißen sowie die daran anschließende Reise in die Bundeshauptstadt vor. Neben der Vorbereitung auf die Kiew-Fahrt im April 2009 wurde ein erneuter Anlauf beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen gestartet. Dieses Jahr versuchten sie ihr Glück mit einem Brettspiel. So sollte allen Schülern, egal ob aus Deutschland oder den ehemaligen Ostblock-Staaten, einerseits die russische Sprache, zum anderen aber auch sächsische Geografie näher gebracht werden. Die Idee fand sofort großen Anklang, die Umsetzung ist in großer Detailarbeit super gelungen. Doch da sie übersahen, dass zu den Anforderungen des Fremdsprachenwettbewerbs auch ein mündlicher Teil zählt, konnte das Projekt noch nicht prämiert werden. Dieser Teil wird bis zum nächsten Termin fertig gestellt und das Spiel erneut zur Bewertung eingereicht. Im September 2009 stellten die Schüler das medienpädagogisches Projekt nach umfangreicher, zweijähriger Arbeit fertig und hoffen nun auf eine große Resonanz: Ziel des Projektes ist es, an die Öffentlichkeit zu appellieren, das völkerkundliche Museum Pirogowo mit einer Patenschaft zu unterstützen, um es für nachfolgende Generationen zu erhalten. Die Homepage kann man unter folgender Adresse aufrufen: http://pirogowo.kopfueber.org/.

Inzwischen ist eine kleine Delegation aus Kiew in der Porzellan- und Weinstadt gewesen und zwölf Schüler haben, bei der nun insgesamt dritten AG-Reise, einen interessanten Einblick in die ukrainische Kultur bekommen. Der Termin für den nächsten Austausch steht bereits fest: Anfang Oktober 2010. Und neue Mitglieder sind bereits gefunden.

 



   
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