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Stadtmuseum Meißen

Stadtmuseum Meißen präsentiert »Arita & Zepner«

Jubiläums-Ausstellung eröffnet am 19. März

Museum
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Wie kein anderer Werkstoff ist das Porzellan mit dem Namen „Meißen“ verbunden. Im beschaulichen Städtchen an der Elbe wird seit 1710 Europas erstes Hartporzellan mit großer Kunstfertigkeit im Manufakturbetrieb hergestellt. Generationen von Malern, Bossierern, Keramikdesignern und innovativen Technologen haben die Stadt seither geprägt. „Meissen“ ist in seiner über 300-jährigen Geschichte zum Mythos geworden und gilt Kunstliebhabern heute weltweit als Inbegriff für hochwertigste künstlerische Porzellangestaltung und exklusive Lebensart.

In der neuen Sonderausstellung „Arita und Zepner“ nähert sich das Stadtmuseum Meißen dem Thema „Porzellan“ aus zwei Perspektiven. Die Ausstellung beleuchtet zum einen die traditionsreiche Porzellankultur Japans und sie erinnert mit Ludwig Zepner an einen der herausragenden innovativen Porzellandesigner der jüngeren Manufakturgeschichte. Hintergrund und Anlass für die Schau im Stadtmuseum bilden zwei bedeutende Jubiläen: 400 Jahre Porzellanherstellung in der japanischen Stadt Arita, die für Japans lebendige Porzellankultur einen ähnlichen Stellenwert besitzt wie Meißen für das europäische Porzellan, und der 85. Geburtstag des leider bereits verstorbenen Keramikdesigners Ludwig Zepner.

„Wir hatten die Absicht, das Thema Porzellan über seine konkreten lokalen Bezüge hinaus in einen großen interkulturellen Kontext zu stellen“, sagt Museumleiterin Martina Fischer, „um Porzellanobjekte ganz unterschiedlicher kultureller und historischer Herkunft miteinander korrespondieren zu lassen, Einflüsse sichtbar zu machen und deren ästhetische Vielgestaltigkeit zu zeigen.“

Das wird mit der neuen Schau im Stadtmuseum dank zahlreicher Leihgaben bestens gelingen. Der moderne Klassiker aus Meißen trifft hier auf die traditionsreiche Formensprache zeitgenössischer ostasiatischer Porzellankunst. „Der Besucher ist eingeladen, auf Spurensuche zu gehen, Differenzen und Analogien zu entdecken und sich von der Ästhetik der Formen und Dekore verzaubern zu lassen“, so Fischer.

Die geschichtlichen Wurzeln der Porzellanherstellung reichen tief in die Vergangenheit zurück. „Die Geschichte des so genannten „Imari“-Hartporzellans begann Ende des 16. Jahrhunderts, als Japan Korea überfiel und tausende koreanischer Künstler und Kunsthandwerker als Kriegsbeute nach Japan verschleppte, darunter den Töpfer Ri Sampei“, weiß Steffen Förster zu erzählen. Dieser Ri Sampei entdeckte bei Arita Kaolin und stellte als erster in Japan damit Porzellan her. Schon bald ließen sich weitere Töpfer in Arita nieder und entwickelten es weiter, so dass es sich mehr und mehr  von den Vorbildern des Festlandes unterschied. Der Beginn der japanischen Porzellanherstellung wird in das Jahr 1616 datiert.

Viele Jahrzehnte lang importierten Handelsschiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie große Mengen Arita-Porzellan nach Europa. Auch der sächsische Kurfürst August der Starke war ein Porzellan-Liebhaber. Die von ihm 1710 gegründete Porzellan-Manufaktur griff bald ostasiatische Einflüsse auf und entwickelte sie weiter. Bis heute findet man bei zahlreichen Formen und Dekoren des Meissener Porzellans Einflüsse japanischer Porzellankunst. Arita-chō, die namensgebende Stadt dieses „anderen“, weltbekannten Porzellans ist seit 1979 Meißens Partnerstadt.

Über Ludwig Zepner ist bereits zu seinen Lebzeiten biografisches Material erschienen, auch erfuhr er zahlreiche Würdigungen durch Ausstellungen und Preise. Der 1931 in Malkwitz bei Breslau geborene Designer lebte seit der Vertreibung 1946 in Meißen. Seine Karriere zu einem der führenden Meißner Porzellangestalter begann 1947 mit einer Probearbeit bei Manufaktur-Gestaltungsleiter Heinrich Thein. An die Lehre als Bossierer schlossen sich ein Ingenieurstudium sowie ein Hochschulstudium in Berlin an. Als Diplom-Formgestalter kehrte er 1958 zurück an die Porzellan-Manufaktur, wo er von 1960 bis 1990 die Abteilung Künstlerische Entwicklung leitete.

Von 1959 bis 1996 entwarf er für die Porzellan-Manufaktur 352 Objekte für das Fertigungsprogramm, dazu schuf er 254 Unikate. In seine Gestaltungen flossen Inspirationen von mehreren Studienreisen u. a. nach Indien und Japan ein. Ab 1996 im „Un-Ruhestand“, begann er ein ca. 280 Jahre altes Projekt zu verwirklichen: Die Herstellung stimmbarer Orgelpfeifen aus Porzellan. Zusammen mit der Firma Jehmlich Orgelbau Dresden fand Zepner die Lösung und im Mai 2000 erklang erstmals ein Orgelpositiv mit Porzellanpfeifen. Im gleichen Jahr erhielt Zepner als erster den wiederbelebten Kunst- und Kulturpreis der Stadt Meißen. Ludwig Zepner starb am Silvestertag 2010 des Jubiläumsjahres seiner Porzellan-Manufaktur.

Die Sonderausstellung im Stadtmuseum öffnet ihre Tore am 19. März und dauert bis zum 19. Juni 2016 (Öffnungszeiten: Di – So 10 -18 Uhr + Oster- & Pfingstmontag). Die erste öffentliche Führung durch die Sonderausstellung findet am Mittwoch, den 13. April 18 Uhr statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.stadt-meissen.de.

 

 

 

Franziskanerklosterkirche

Stadtmuseum in der ehem. Franziskanerklosterkirche

Heinrichsplatz 3

Tel. +49 (0) 3521 458857

Ausstellungen/Veranstaltungen/Führungen:

  • Ständige Ausstellung zur Stadtgeschichte "Meißen als Wiege Sachsens"
  • im Kreuzgang "Grabplatten aus fünf Jahrhunderten"
  • Sonderausstellungen und traditionelle Weihnachtsausstellung
  • museumspädagogische Angebote
  • Dauerausstellung: "Meißens Kleinstadtidylle zu Ludwig Richters Zeiten", Interieur und Malerei der Biedermeierzeit
  • Führungen nach Anmeldung

Zu sehen sind überdies einzigartige Exponate wie Deutschlands größte handradbetriebene Weinpresse von 1788, das letztes Elbefischerboot Typ "Schluppe" oder großformatige Originalkartons zur Nibelungensage von Julius Schnorr von Carolsfeld.

> Geschichte des Hauses

Öffnungszeiten:
Di - So  10 - 18 Uhr
25./26.12. und 01.01.  14 - 18 Uhr
24./31.12. geschlossen

Eintrittspreise:
3,00 € Erwachsene; 2,00 € Ermäßigte;
8,00 € Familienkarte; 1,00 € Sozialpass-Inhaber
Gruppen ab 10 Personen, pro Person 2,00 €

Verwaltung
Rote Schule, Schulplatz 5

Tel. +49 (0) 3521 467332
Fax. +49 (0) 3521 467321
E-Mail

Schaudepot mit reizvollen Raritäten

Rote Schule (Foto: G. Patzig)

Schulplatz 5
Tel. +49 (0) 3521 467332

Führungen:
Persönliche Führungen durch zwanzig neu eingerichtete Schaudepots mit ca. 100.000 Museumsobjekten als Schätze der Stadt Meißen.

> Geschichte der Roten Schule

Öffnungszeiten:
Jeden ersten Dienstag im Monat 16 Uhr öffentliche Führung mit Voranmeldung. Andere Termine nach Vereinbarung.

Eintrittspreis:
5,00 € pro Person

Kontakt

Stadtmuseum Meißen, Heinrichsplatz 3, 01662 Meißen

Museumsleiterin:

Martina Fischer
Schulplatz 5
01662 Meißen

+49 (0) 3521 467332

+49 (0) 3521 458857 (Museumskasse Franziskanerklosterkirche)

+49 (0) 3521 467321

E-Mail

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr


Veranstaltungen

Mittwoch, 13. April, 18 Uhr:

Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung Arita & Zepner

Sonntag, 22. Mai, ab 10 Uhr:

Internationaler Museumstag:

Führung mit Steffen Förster, Musik (Orgelspiel) und Arita-Plauderei mit Kay Leonhardt

Samstag, 4. Juni ab 18 Uhr

Lange Nacht im Museum:

19.00 Führung durch die Ausstellung mit Orgelanspiel,

20.30 Brandgeschichten im Kreuzgang, gelesen von Marita Dörner, musikalisch umrahmt von Ringo Ullrich und Tochter/Leipzig,

21.15 Gudrun Zepner liest Anekdoten von Ludwig Zepner,

22.00 Klaviermusik im Kreuzgang mit Ringo Ullrich, Leipzig, bei Wein und Kerzenschein

Jeden ersten Dienstag im Monat findet zudem eien Führung durch die zwanzig Schaudepoträume des Stadtmuseums statt (5 Euro / Pers.) Sondertermine sind nach Absprache möglich. Ort: Rote Schule.