Kunst- und Kulturpreis der Stadt Meißen

Die über tausendjährige Stadt Meißen ist eine traditionsreiche Kunst- und Kulturstadt und immer wieder Anziehungspunkt und Wirkungsstätte bedeutender Künstlerinnen und Künstler sowie anderer kulturell tätiger Personen. Zur Pflege und Förderung zeitgenössischer Kunst- und Kulturleistungen hat die Stadt Meißen 2001 erstmals den Kunst- und Kulturpreis verliehen. Er wird seit 2004 in der Regel aller zwei Jahre vergeben. Die nächste Verleihung erfolgt im Jahr 2022.

Diese Auszeichnung wird an Künstlerinnen bzw. Künstler und Kulturschaffende vergeben, die in Meißen ihren kulturell-künstlerischen Schwerpunkt haben bzw. deren Arbeit/Werk von großer Bedeutung für die Stadt ist. Zudem sollen die Preisträgerinnen und Preisträger mit ihrer Persönlichkeit und ihren künstlerischen Leistungen auf herausragende Weise das Image der Stadt Meißen mitbestimmt haben. Der Preis kann an Einzelpersonen oder Ensembles vergeben werden.

Eine achtköpfige Jury bestehend aus je einem Mitglied der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen und dem Kunstverein Meißen sowie dem Oberbürgermeister, zwei Mitgliedern des Sozial- und Kulturausschusses und drei Fachjuroren entscheidet über die bis zum 31.12.2021 bei der Stadt Meißen eingereichten Vorschläge.

Vorschlagsberechtigt sind gemäß § 2 des Statuts zur Vergabe des Kunst- und Kulturpreises der Stadt Meißen

  • Meißner Verbände,
  • Vereine und Kultureinrichtungen,
  • der jeweils zuständige Ausschuss für Kultur sowie
  • der Oberbürgermeister.

Preisträger

Der Kunst- und Kulturpreis der Stadt Meißen wurde bisher an zehn Preisträger vergeben:

  • Ludwig Zepner (2001),
  • Michael Winkler (2004),
  • Karsten Voigt (2006),
  • Andreas Weber (2008),
  • Stern Combo Meißen (2010),
  • Kay Leonhardt (2012),
  • Ulrich Jungermann (2014),
  • Gerhard Schöne (2016),
  • Jörg Danielczyk (2018) und
  • Daniel Bahrmann (2020).
Rückblick auf die Kunst- und Kulturpreisträger

Kunstpreis der Stadt Meißen geht 2020 an Daniel Bahrmann

Ehrung für Multitalent und Förderer der regionalen Kulturszene

Im kleinen Rahmen haben am 04.02.2021 Oberbürgermeister Olaf Raschke und Dr. Tillmann Blaschke, Geschäftsführer der Porzellanmanufaktur Meissen, den Kunstpreis der Stadt Meißen an den freischaffenden Künstler und Fotografen Daniel Bahrmann übergeben.

„Für Daniel Bahrmann ist jedes einzelne seiner zahlreichen Projekte eine Herzensangelegenheit, der er sich mit ebenso viel Leidenschaft wie Professionalität widmet“, so der Oberbürgermeister.

Wer den Preisträger einmal in Aktion erlebt hat, der weiß wie dieses Zusammenspiel aussieht. Vom ersten Flugblatt bis zur letzten Sitzgelegenheit legt Daniel Bahrmann bei all seinen Veranstaltungen selber Hand an, damit schließlich alles perfekt ist.

Seit mehr als zehn Jahren prägt er mit seinem Engagement das städtische Miteinander und kulturelle Leben in Meißen. Unter seinem Vorsitz von 2006 bis 2018 wurde der Kunstverein Meißen e. V. zu einer überregional bedeutenden Institution der Pflege und Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Jungen und regionalen Künstlerinnen und Künstlern bot er hier ein Forum für ihr Schaffen. Bahrmann hat außerdem den jährlichen Meißner Grafikmarkt 2007 neu etabliert und ist Organisator des seit 2009 stattfindenden Literaturfestes.

Das kulturelle Großereignis lockt alljährlich Bücherfreunde aus der ganzen Bundesrepublik ins Elbland, zuletzt waren es fast 20.000. Schon Monate im Voraus bewerben sich Autoren und Vorleser um einen der begehrten Programmplätze. Für die Stadt Meißen die perfekte Gelegenheit sich den kulturbegeisterten Gästen in all ihrer Schönheit zu präsentieren.

Eine Schönheit, die auch in Daniel Bahrmanns Arbeit als Grafiker im Zusammenspiel mit seinem Kollegen Kay Leonhardt oder in seinen eigenen Foto- und Installationsarbeiten immer wieder eine Rolle spielt. Entsprechend heißt es in der Begründung der Jury zur Preisverleihung: „Die künstlerisch wertvollen Bilder Bahrmanns tragen nicht nur zur Wertschätzung Meißens bei, sondern übertragen die positive Haltung und Zuneigung des Künstlers zu unserer Stadt auch auf deren Betrachter“.

Der Kunst- und Kulturpreis ist dotiert mit 2.000 Euro und einem Unikat aus Meissener Porzellan, traditionell gestiftet von der Porzellanmanufaktur Meissen. Das wertvolle Einzelstück hat diesmal wieder Jörg Danielczyk gestaltet, selbst Kunstpreisträger des Jahres 2018. „Der Preis würdigt symbolisch die vielen Tätigkeiten und Facetten des Künstlers Daniel Bahrmann“, erklärt Manufaktur-Geschäftsführer Dr. Tillmann Blaschke.

In der Mitte angedeutet ist die Blende einer sich öffnenden Kamera, ringsherum wie ein Fächer finden sich aneinander gereihte Grafikblätter. Intensiv leuchtende Spektralfarben stehen für die bunte Welt, die in den Fotografien festgehalten wird. Die goldene Perle auf der Blende symbolisiert dagegen die Kostbarkeit des Augenblicks, den die Kamera einfängt.

Die Stadt Meißen vergibt den Preis an Künstler oder Kulturschaffende, deren Arbeit von großer Bedeutung für die Stadt Meißen ist. Der Preis kann sowohl an Einzelpersonen als auch an Ensembles vergeben werden. Die oder der Preisträger sollten mit ihrer Persönlichkeit und ihren künstlerischen Leistungen auf herausragende Weise das Image der Stadt Meißen mitbestimmen.

Porzellangestalter Jörg Danielczyk 2018 geehrt

Kunst- und Kulturpreis für langjährigen Chefdesigner der Manufaktur

Am Abend des 06.09.2018 erhielt Jörg Danielczyk, den Kunst- und Kulturpreis der Stadt Meißen. Damit ehrt die Stadt sein herausragendes Lebenswerk. Über 40 Jahre lang prägte seine Arbeit die Handschrift der berühmten Porzellan-Manufaktur MEISSEN®. Unter den Gästen waren neben Familie, Freunden, Kollegen und langjährigen Wegbegleitern auch zahlreiche Vertreter aus Kunst, Kultur und Politik.

„Sein Schaffen hat uns auf dem Weg ins neue Jahrtausend begleitet – und immer wieder für neue Impulse gesorgt - für ein über 300 Jahre altes Traditionsunternehmen und für eine über tausendjährige Kunst- und Kulturstadt“, so Oberbürgermeister Olaf Raschke über Jörg Danielczyk. „Mit seiner humorvollen und zugewandten Art war er nicht nur bei seinen Kollegen und Meisterschülern, sondern bei allen beliebt, die über die Jahre seine Bekanntschaft machen durften.“

Gräfin Christine von Brühl, freie Autorin und Nachfahrin des berühmten Grafen Heinrich von Brühl hielt eine berührende Laudatio auf den Preisträger. Sie erinnerte sich an fröhliche gemeinsame Begegnungen und würdigte Danielczyk als „Meister seines Faches, den gerade seine Bescheidenheit zu Höchstleistungen antreibt“. In Bezug auf Danielczyks berühmtes Vorbild sagte von Brühl: „Jörg Danielczyk reihte sich nahtlos hinter Kaendler ein, respektierte seine Traditionen und folgte seinem Schaffen.“

Dr. Tillmann Blaschke, neben Georg Nussdorfer einer der beiden MEISSEN® Geschäftsführer, fand sehr persönliche Worte für seinen ehemaligen Chefgestalter. Er sei ihm selbst nicht nur in seiner Anfangszeit in der Manufaktur ein wichtiger Ratgeber gewesen und habe sein Wissen stets mit Freude an seine Kollegen und seine Meisterschüler weitergegeben.

Inspiriert vom großen Johann Joachim Kaendler schuf Jörg Danielcyzk außergewöhnliche Objekte. So gelang es ihm unter anderem, der Reihe an Tiergroßplastiken endlich den besonders anspruchsvollen Schwan hinzuzufügen und damit das Schaffen des Modellmeisters in einzigartiger Qualität fortzuführen. 2015 ist unter Danielczyks Regie der kaendlersche Kasuar auf den Brunnen an der Altstadtbrücke zurückgekehrt und heißt dort die Gäste Meißens willkommen.

Seit 2014 begrüßt die weltweit größte freistehendende Porzellanfigur „Saxonia“ die Besucher in der Eingangshalle der Manufaktur. Die lebensgroße Schönheit mit dem blütenbesetzten Kleid aus den Händen von Jörg Danielczyk ist eine Ode an die Porzellankunst, ein Symbol für den stolzen Freistaat aber auch ein Denkmal seiner eigenen jahrzehntelangen Arbeit.

Nicht nur Monumentales entstand in den Händen von Jörg Danielczyk. Die Stadt Meißen verdankt dem Künstler viele liebevoll gestaltete Medaillen, die so mancher Meißner Jubilar in Ehren hält. Die Kunstpreisträger seit 2006 durften sich jeweils über ein individuell gestaltetes Unikat des Meisters freuen.

Bis zu seinem Ruhestand widmete sich Jörg Danielczyk der Ausbildung und der Weitergabe seiner Erfahrung und des Wissens der Porzellangestaltung. Inzwischen debütierten die Teilnehmer seiner Meisterklasse erfolgreich mit eigenen Plastiken.

Porzellan war und ist seine Leidenschaft ebenso wie seine Wahlheimat Meißen. Diese Leidenschaft zeigt sich in seinem Engagement für Landschaft und kulturelles Erbe der Stadt. Immer wieder entdeckt er archäologisch Interessantes in der Umgebung und bringt sich als ehrenamtlicher Beauftragter für Denkmalpflege ein.

Im Rahmen der Preisverleihung wurde am 06.09.2018 auch eine Sonderausstellung mit ausgewählten Werken des Kunstpreisträgers eröffnet. 

Kunst- und Kulturpreis 2016 für Gerhard Schöne

Seit dem Jahr 2001 würdigt die Stadt Meißen mit dem Kunst- und Kulturpreis Künstlerinnen und Künstler, deren künstlerisches Werk von großer Bedeutung für die Stadt ist und die mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Wirken das Image Meißens maßgeblich positiv mitbestimmen. Nach der Stern-Combo Meißen, dem Designer Kay Leonhardt und dem Meißner Stadtmaler Ullrich Jungermann wurde 2016 der Sänger, Komponist und Autor Gerhard Schöne geehrt.

„Der beredte Liedermacher, der uns mit seinem Gesang und klugen Texten zum Lachen, zum Weinen und Nachdenken bringt, prägte mit seinen Liedern den Zeitgeist einer ganzen Generation. Sein künstlerischer Erfolg spiegelt sich nicht nur in einer großen Anzahl von Musikproduktionen und Buchveröffentlichungen, Gerhard Schöne hat sich insbesondere unter den schwierigen Bedingungen der SED-Diktatur große Anerkennung und Glaubwürdigkeit erworben“, so die Jury.

„Als Bürger dieser Stadt und als facettenreicher Künstler mit Leib und Seele gilt Ihnen der Dank der Stadt Meißen“, sagte Oberbürgermeister Olaf Raschke zur Preisverleihung. Der Preis wurde wie in den vergangenen Jahren vom Meißner Porzellandesigner Jörg Danielczyk kreiert, der seit 1994 die Abteilung künstlerische Gestaltung in der Porzellanmanufaktur leitet und seit jeher mit außergewöhnlichen Ideen die gestalterischen Grenzen des Werkstoffes auslotet.

Das Unikat, das Danielczyk eigens für Gerhard Schöne entworfen hat, verbindet die Themen Literatur, Musik und Malerei auf ganz besondere Weise. Ein in Porzellan gegossener Notenschlüssel, der zugleich als Staffelei dient und aus einigem Anstand wie eine stilisierte Tänzerin anmutet, bringt die drei Künste anschaulich zusammen.

Traumhaft dekoriert mit einer dunkelblauen Kristallglasur nach Ludwig Zepner und einer rückseitigen Goldstaffage kann sich dieses Meissen-Kunstwerk sehen lassen. Wir gratulieren dem Preisträger herzlich und wünschen Gerhard Schöne und seiner Familie für die Zukunft alles Gute!

Ulrich Jungermann ist Kunst- und Kulturpreisträger 2014

Der Maler hält Meißner Stadtgeschichten auf der Leinwand fest

Aus dem Stadtbild ist er nicht mehr wegzudenken – Ulrich Jungermann mit seiner Staffelei. Ob Hitze, Regen, Schnee oder gar Hochwasser, fast täglich ist der 60-jährige in Meißen unterwegs und das seit Jahrzehnten. Es sind die leisen Momente, die flüchtigen Begegnungen und Stimmungen, die Alltagsszenen, die Jungermann fesseln und die er auf diese Weise einzufangen versucht.

Am 27.11.2014 erhielt er den Kunst- und Kulturpreis der Stadt Meißen. Rund 150 Gäste, darunter Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Politik und Wirtschaft, wie der tschechische Generalkonsul Jiří Kudela oder Landrat Arndt Steinbach sowie langjährige Wegbegleiter, wie der Sänger Gerhard Schöne waren aus Anlass der Verleihung ins Meißner Rathaus gekommen. Die Laudatio hierlt die Leiterin des Stadtmuseums, Martina Fischer.

„Ulrich Jungermann begegnet Meißen mit so viel Heiterkeit, Nachsicht und Herz wie kaum ein anderer. Viele Jahrzehnte Stadtgeschichte und -geschichten finden sich in seinen Bildern und Skizzen wieder“, begründet Oberbürgermeister Olaf Raschke seinerseits die Entscheidung der Jury, der außer ihm auch der MEISSEN®-Chefdesigner Jörg Danielczyk, der Vorsitzende des Kunstvereins Daniel Bahrmann, die ehemalige Stadträtin Gundula Sell, Porzellankünstler Andreas Ehret und Theaterchefin Renate Fiedler angehören. Die Vorschläge für den Kunst- und Kulturpreis 2014 konnten durch Meißner Verbände, Vereine und Kultureinrichtungen, den zuständigen Ausschuss für Kultur und durch den Oberbürgermeister der Stadt Meißen eingereicht werden.

Der Künstler
Der 1953 in Stralsund geborene Ulrich Jungermann kam 1970 nach Meißen und trat in der Manufaktur eine Ausbildung zum Porzellanmaler an. Einige Lehr- und Arbeitsjahre später und ausgerüstet mit dem notwendigen künstlerischen Handwerkszeug begann er 1981 sein Wirken als freiberuflicher Maler. Heute lebt er mit seiner zweiten Frau und den zwei Kindern in der Meißner Altstadt. Neben Landschaften und Stillleben finden sich im Werk des Malers immer wieder auch Portraits, Miniaturen und Alltagsszenen. In verschiedenen Kalendern und Sammelbänden sind die Arbeiten Ulrich Jungermanns bereits verewigt.

Immer wieder sind seine Bilder auch in Ausstellungen in und um Meißen zu sehen. Sein 60. Geburtstag wurde 2013 mit einer Sonderschau im Rathaus Meißen gefeiert. Dem Meißner Stadtmuseum hat der Maler bereits einige wertvolle Schenkungen überlassen, wie etwa seinen Bilderzyklus zur Meißner Weihnachtszeit.

Der siebente Kunst- und Kulturpreis ist dotiert mit 2.000 Euro und einem Unikat aus Meissener Porzellan, letzteres gestaltet von Jörg Danielczyk und gestiftet von der Porzellan-Manufaktur MEISSEN®.

Sara Engelmann
Kulturreferentin
Besucheranschrift
Kleinmarkt 5, 01662 Meißen

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