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Stadtmuseum Meißen

Als Papier noch Luxus war - 225 Jahre Brück & Sohn in Meißen

Museum
Brueck
Als Papier noch Luxus war...

und die steigende Lust am Lesen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts Buchdruckern, Buchbindern und Verlegern gute Geschäfte versprach, etablierte sich Carl Friedrich August Brück als Buchbinder im Jahr 1793 in Meißen, um wenige Jahre später auch als Verleger tätig zu werden. Auch die Meißner Buchbinder Mitzscherlich und Uz entwickelten sich zu Kleinverlegern. Im Jahr 1798 kaufte C. E. Klinkicht eine bereits im 17. Jh. in Meißen bestehende Druckerei am Theaterplatz und brachte ab 1802 das „Meißner gemeinnützige Wochenblatt“ heraus.

Die Verlage von Goedsche und Mosche kamen im 19. Jh. dazu. In der Kleinstadt Meißen musste sich jeder auf ein passendes Angebot spezialisieren, um weiter existieren zu können.


Das Papier beschäftigt auch Generationen später noch die Firma Brück & Sohn.

Bis 1893 dominierte der Buchbinderberuf in der Familie Brück. Ausgangsmaterial für die im Kunstverlag gefertigten Bücher, Schriften, Bilder, Flugschriften und Kalender war damals noch handgeschöpftes und lagenweise produziertes Papier. Im Jahr 1819 erhielt die Firma die Genehmigung, einmal im Jahr einen illustrierten „Landwirtschafts- und Geschichtskalender“ herauszugeben. Mit  verändertem Titel und aktualisiertem Inhalt verkauften sich diese Kalender bis 1913 sehr gut. Druckereipartner und Freund war hierbei die Druckerei Klinkicht Luxuspapier.

Die sieben Generationen der Firma Brück & Sohn.

  • Carl Friedrich August Brück (1769 – 1833 ), Verlagsgründer, Buchbinder seit 1793, Kalenderproduktion
  • Karl August Brück (1797 – 1877 ), Firmenübernahme 1833, Buchbinder, Stadtrat, Wohn- und Geschäftshaus Burgstr.1, Kalenderproduktion
  • Otto Julius Brück (1825 – 1905), Firmenübernahme 1877, Buchbinderinnungsmeister, Teilnehmer der Revolution 1849
  • Oscar Julius Brück (1855 – 1920), Firmenübernahme 1893, Kaufmann, Kalenderproduktion, Ansichtskartenverlag und -archiv, Anstellung von Fotografen und Buchbindern, Ladenerweiterung
  • Wilhelm Walter Brück (1896 – 1961), Geschäftsführer ab 1920, Kaufmann, Postkartenherstellung, Papier- und Schreibwarengroßhandel
  • Dietmar Ernst Albrecht Brück (1927 – 1997), Firmenübernahme 1951, Kaufmann und Verleger, Kunstdruckexport nach England, Messestand in Leipzig
  • Maria Annette Brück, geb. 1956, Firmenübernahme 1987, Verlags- und Papeteriegroßhandel, Geschäftsausbau, Internetpräsenz, Postkartenarchiv, Adventskalenderherstellung

Jede Generation brachte neue Geschäftsideen ein. So kam bald ein Laden im Verlagsgebäude Burgstr. 1 hinzu, in dem nicht nur die eigenen Erzeugnisse angeboten wurden, sondern eine unglaubliche Vielfalt an Papier und Schreibwaren,  Bilderbüchern, Schulbedarf u.v.m. Um 1850 warb man mit einem „Buchbinder- und Galanteriewaren-Lager“.

Luxuspapier

Die meisten der bei Brücks verkauften Waren zählten zum sog. Luxuspapier, von dem man ab Mitte des 19. Jh. spricht, als Papiere maschinell produziert werden konnten und somit der Phantasie des Einsatzes kaum Grenzen gesetzt waren. Die Papiere wurden künstlerisch hochwertig verarbeitet, veredelt und gestaltet, bedruckt, geprägt, gestanzt, montiert oder mit Glimmer versehen. Luxuspapierfabriken z.B. für Papierspitzen  der Knallbonbons entstanden. Das Kolorieren spielte u.a. bei Ansichtskarten eine große Rolle. Neue Drucktechniken erweiterten das Sortiment. Mit dem Aufkommen der Chromolithographie ab 1865 konnten Reproduktionen von Gemälden sowie Illustrationen in viele Haushalte gelangen.

Feine Kartonagen für unterschiedlichsten Inhalt entstanden z.B. in der Parfümerie und Schokoladenfabrikation. Gern wurde mit Falten und Kniffen dreidimensional gearbeitet. Seidenbänder, Rüschen und Perlmutt verzierten die Papiere.

Unzählige Varianten für den täglichen Gebrauch konnten bedient werden. In der Advents- und Weihnachtszeit lief natürlich das Geschäft mit Geschenkartikeln und Nippsachen sowie Christbaumschmuck besonders gut.

Bildpostkarten 

Die Erfindung der Fotografie brachte in vielfältigster Weise Neuerungen. Brücks nutzten die Chance 1885 zur Herstellung von Bildpostkarten mit Motiven aus aller Welt. Die fotografischen Arbeiten führten sie meist selbst aus. Auf mehr als 33.000 Exemplare ist das Postkartenarchiv heute angewachsen, das auch digital genutzt werden kann.

Glückwunschkarten und Adventskalender 

Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte sich „Brück & Sohn“ zu einem bedeutenden Verlags- und Handelsunternehmen entwickelt. Neu hinzu kam nach dem Krieg die Herstellung von Glückwunsch- und Trauerkarten. Viele Motive wurden von Manufakturkünstlern entworfen. Jedes Druckerzeugnis benötigte eine staatliche Druckgenehmigung. Ab 1964 begann eine 30 Jahre währende Exportgeschichte von Kunstdrucken nach England. Das Privatunternehmen der Familie Brück durfte in der DDR weiter bestehen, brachte es doch Devisen ein. Seit 1998 trägt die Herstellung von Adventskalendern mit historischen Städteansichten zum Sortiment bei.

Mit Annette und Helmut Brück geht das Unternehmen ins 225. Jahr des Bestehens.

Das Stadtmuseum Meißen, Heinrichsplatz 5, hat Dienstag bis Sonntag jeweils 10 – 18 Uhr geöffnet, am 25. und 26.12.2018 sowie am 1.1.2019 von 14 bis 18 Uhr. Am 24. und 31.12. bleibt das Museum geschlossen.

Öffnungszeiten: Di bis So von 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 3,-€, Ermäßigte 3,-€, Familie mit zwei Kindern 8 €
Gruppen bitte rechtzeitig anmelden: 03521/458857

 

Franziskanerklosterkirche

Stadtmuseum in der ehem. Franziskanerklosterkirche
Heinrichsplatz 3

Tel. +49 (0) 3521 458857

Ausstellungen/Veranstaltungen/Führungen:

  • Ständige Ausstellung zur Stadtgeschichte "Meißen als Wiege Sachsens"
  • im Kreuzgang "Grabplatten aus fünf Jahrhunderten"
  • Sonderausstellungen und traditionelle Weihnachtsausstellung
  • museumspädagogische Angebote
  • Dauerausstellung: "Meißens Kleinstadtidylle zu Ludwig Richters Zeiten", Interieur und Malerei der Biedermeierzeit
  • Führungen nach Anmeldung

Zu sehen sind überdies einzigartige Exponate wie Deutschlands größte handradbetriebene Weinpresse von 1788, das letztes Elbefischerboot Typ "Schluppe" oder großformatige Originalkartons zur Nibelungensage von Julius Schnorr von Carolsfeld.

> Geschichte des Hauses

Öffnungszeiten:
Di - So  10 - 18 Uhr
25./26.12. und 01.01.  14 - 18 Uhr
24./31.12. geschlossen

Verwaltung
Rote Schule, Schulplatz 5

Tel. +49 (0) 3521 467332
Fax. +49 (0) 3521 467321
E-Mail

Schaudepot mit reizvollen Raritäten

Rote Schule (Foto: G. Patzig)
Schulplatz 5
Tel. +49 (0) 3521 467332

Führungen:
Persönliche Führungen durch zwanzig neu eingerichtete Schaudepots mit ca. 100.000 Museumsobjekten als Schätze der Stadt Meißen.

> Geschichte der Roten Schule

Öffnungszeiten:
Jeden ersten Dienstag im Monat 16 Uhr öffentliche Führung mit Voranmeldung. Andere Termine nach Vereinbarung.

Eintrittspreis:
5,00 € pro Person

Kontakt

Stadtmuseum Meißen, Heinrichsplatz 3, 01662 Meißen
Museumsleiterin:

Martina Fischer
Schulplatz 5
01662 Meißen

+49 (0) 3521 467332

+49 (0) 3521 458857 (Museumskasse Franziskanerklosterkirche)

+49 (0) 3521 467321

E-Mail

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr

Veranstaltungen

  • 19. Oktober 2018, 18 Uhr, Vortrag „Brücks USA-Reise zu den Postkarten der Vorfahren“ mit Ehepaar Brück
     
  • 2. November 2018, 15 – 18 Uhr, Ehepaar Brück führt durch die Ausstellung
     
  • 28. November 2018, 18 Uhr, Vortrag „Brücks USA-Reise zu den Postkarten der Vorfahren“ mit Ehepaar Brück
     
  • ​​​​9. Dezember 2018, 15 Uhr, Adventsmusik „Maria durch ein Dornwald ging“- mit H. Lauterbach (SLG St. Afra, Gesang), A. Forberger (Violine) und C. Forberger (Leitung und Klavier)
     
  • 16. Dezember 2018, 15 Uhr, Adventsmusik mit Schülern der Musikschule des Landkreises Meißen, Leitung: G. Hammer